Israel startet neue Bodenoffensive
Bulldozer planieren Hisbollah-Stellungen

Zwei Tage sollte die Feuerpause dauern - doch sie hat nur wenige Stunden gehalten. Trotz der angekündigten Einstellung der Bombardierungen aus der Luft haben israelische Kampfflugzeuge erneut Angriffe geflogen. Gleichzeitig startete die Armee einen weiteren militärischen Vorstoß in den Südlibanon. Tausende Menschen sind auf der Flucht.

HB TEL AVIV. Trotz der von Israel verkündeten Unterbrechung der Luftangriffe ist im Libanon keine Ruhe in Sicht. Die israelische Luftwaffe griff zur Unterstützung von Bodentruppen weiter Ziele im Libanon an. Regierungschef Ehud Olmert machte klar: Einen raschen Waffenstillstand wird es nicht geben.

Nach dem international scharf kritisierten, israelischen Angriff auf das libanesische Dorf Kana hatte Israel die Einstellung seiner Luftangriffe für 48 Stunden in Aussicht gestellt. Bei dem Bombardement auf Kana starben mindestens 54 Zivilisten, darunter viele Kinder.

Im Laufe des Tages konnte von einer Feuerpause jedoch keine Rede mehr sein. Die Meldungen über Angriffe der israelischen Armee - auch aus der Luft - häuften sich. Trotzdem waren die Aktionen nicht so intensiv wie an den vorangegangenen Tagen. Auch Hisbollah-Raketen schlugen nur vereinzelt in Nordisrael ein.

Olmert erklärte, die Militäroffensive werde weitergehen, bis die radikal-islamische Hisbollah ihre Raketenangriffe auf Ziele in Israel beendet und die beiden entführten israelischen Soldaten zurückkehren. Israel habe nur mit einer Offensive reagieren können, nachdem am 12. Juli die Soldaten entführt und acht andere getötet worden waren. Verteidigungsminister Amir Peretz kündigte an, sein Land werde die Angriffe noch "verstärken".

Am Boden weitete Israel seine Operationen promt aus. Die Armee startete heute einen neuen militärischen Vorstoß in den Südlibanon. Die Streitkräfte überschritten nach Angaben der israelischen Armee erstmals die Grenze in der Gegend Aita al-Schaab. Die Hisbollah teilte mit, ihre Kämpfer hätten die vorrückenden Truppen in heftige Gefechte verwickelt. Ein israelischer Armeesprecher sagte, die Berichte über Kämpfe mit der Hisbollah prüfen zu wollen.

Wie Peretz weiter mitteilte, drangen sechzig Bulldozer bis zu einen Kilometer weit hinter die Grenze auf libanesisches Gebiet vor und unterstützten die Armee bei der systematischen Zerstörung von Befestigungen der Hisbollah. Der israelische General Gadi Eisenkraut hatte gestern die Einrichtung einer zwei Kilometer in den Libanon reichenden "Sicherheitszone" angekündigt, innerhalb derer es keine Infrastruktur der Hisbollah mehr geben solle.

Noch am frühen Morgen hatte US-Außenministerin Condoleezza Rice Hoffnungen auf eine dauerhafte Waffenruhe in Nahost genährt. Rice sagte heute in Jerusalem, es entstehe in Israel und im Libanon ein Konsens über die Bedingungen für eine "dringende Waffenruhe und eine langfristige Vereinbarung". Eine solche Vereinbarung müsse aus drei Teilen bestehen: Eine Waffenruhe, politische Grundlagen für eine längerfristige Lösung und eine internationale Interventionstruppe, die die libanesische Armee unterstützt. Der Libanon müsse die Souveränität über alle Landesteile übernehmen, betonte Rice.

Olmert erklärte, ein Waffenstillstand im Libanon sei unmittelbar nach der Stationierung von Friedenstruppen möglich. Olmert sagte nach Angaben seines Büros dem britischen Premierminister Tony Blair bei einem Telefongespräch: „Sofort nach der Stationierung der Truppen wird es möglich sein, einen Waffenstillstand umzusetzen.“

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