Israel tötet Palästinenser
Neue Gewalt im Nahen Osten

Bei einer Razzia in Nablus im nördlichen Westjordanland haben israelische Soldaten am Donnerstag drei militante Palästinenser getötet. Unter ihnen sei auch der Chef des bewaffneten Flügels der Volksfront für die Befreiung Palästinas, verlautete aus israelischen und palästinensischen Kreisen.

HB JERUSALEM. Beim Einschlag einer Rakete in Südisrael wurden fünf Soldaten leicht verletzt. Es sei ein Vergeltungsschlag für die Aktion in Nablus gewesen, erklärten die radikalen Gruppen Islamischer Dschihad und die Al-Aksa-Brigaden. Die zunehmende Gewalt könnte nach Ansicht von Beobachtern auch Einfluss auf die anstehenden Parlamentswahlen in Israel und bei den Palästinensern haben.

Bei Razzien im Westjordanland wurden nach Angaben der israelischen Armee in der Nacht 14 mutmaßliche militante Palästinenser festgenommen. Nach einen Selbstmordanschlag am 5. Dezember in Israel hat die Armee ihre Einsätze dort intensiviert.

Als Vergeltung für den Nablus-Einsatz feuerten militante Palästinenser nach eigener Darstellung eine Rakete auf einen Armeestützpunkt ab. Israelische Soldaten schossen als Reaktion ihrerseits in den Gaza-Streifen. Ob dabei, wie zunächst verlautete, ein Palästinenser getötet wurde, war unklar. Nach dem israelischen Abzug aus dem Gaza-Streifen haben militante Palästinenser Israel wiederholt mit Raketen beschossen. Israelische Soldaten feuerten ihrerseits auf mutmaßliche Abschussvorrichtungen der Palästinenser. Israel hat angekündigt, seine Militäraktionen in dem Gebiet zu verstärken.

Weitere palästinensische Angriffe auf Israel könnten nach Ansicht von Beobachtern die Position des wichtigsten Herausforderers von Ministerpräsident Ariel Scharon auf der politischen Rechten, Likud-Chef Benjamin Netanjahu, bei der für März geplanten Parlamentswahl stärken. Scharon könne es sich nicht erlauben, als zu nachsichtig mit den radikalen Palästinensern zu gelten, hieß es. Netanjahu hat den von seinem früheren Parteikollegen umgesetzten Abzug aus dem Gaza-Streifen als Kapitulation vor der Gewalt bezeichnet und politisch bekämpft.

Ein Aufflammen der Gewalt könnte auch ein Problem für die im Januar geplante palästinensische Parlamentswahl bedeuten. Präsident Mahmud Abbas steht jetzt schon unter Druck, die Wahl zu verschieben. Am Mittwoch kündigte Israel an, die Bewohner von Ost-Jerusalem nicht abstimmen zu lassen, da sich auch die radikale Hamas zur Wahl stellt. Durch Querelen innerhalb der Fatah-Organisation von Abbas haben sich die Wahlchancen für die Hamas deutlich verbessert. Ausdruck der wachsenden innerpalästinensischen Unruhe war am Donnerstag auch die Blockade einer Hauptverbindungsstraße im Gaza-Streifen durch Kämpfer der zur Fatah gehörenden Al-Aksa-Brigaden. Die Kämpfer forderten Arbeitsplätze von der Regierung.

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