Israel und USA in Sorge
Russland und Iran planen Ausbau von Atomkraftwerk

Russland und der Iran haben vereinbart, das iranische Atomkraftwerk Buschehr um mehrere neue Reaktoren zu erweitern. Insbesondere Israel und die USA fürchten, dass Teheran in Wahrheit eine Atombombe bauen will.
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MoskauRussland und der Iran haben einen Ausbau des iranischen Atomkraftwerks Buschehr vereinbart. Die iranische Atomstrombehörde NPPD und die russische Firma Atomenergoproekt unterzeichneten am Dienstag in Moskau einen Vertrag über den Bau von neuen Reaktoren für das bislang einzige Atomkraftwerk Irans, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten.

„Das Vertragswerk sieht eine Zusammenarbeit beim Bau von 8 Reaktorblöcken vor. Dies ist ein großes und langfristiges Programm, angelegt für die nächsten 10 Jahre“, sagte Sergey Kirijenko, CEO der Russischen Staatlichen Kooperation für Atomenergie Rosatom.

Bei einem Treffen in der russischen Hauptstadt unterzeichneten Vertreter beider Seiten ein Abkommen, der Preis wurde nicht genannt. Ferner vereinbarten beide Seiten Optionen für den Bau von zwei weiteren Reaktoren. Mit Hilfe Russlands wurde bereits der erste Reaktor in Buschehr mit einer Leistung von 1000 Megawatt errichtet.

Der für das iranische Atomprogramm verantwortliche Leiter Ali Akbar Salehi war nach Moskau gereist, um das Geschäft abzuschließen. Der Vertragspartner Atomenergoproekt ist eine Baufirma des Unternehmens Atomstroïexport, das die Anlage in Buschehr errichtet hatte. „Es ist eine Wende in den Beziehungen unserer beider Länder. Der Iran entwickelt sich und wir sehen in der iranisch-russischen Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung von Atomkraft große Perspektiven“, ließ Salehi mitteilen.

Die Atompolitik Teherans ist seit Jahren ein Streitpunkt zwischen dem Iran und mehreren westlichen Staaten. Der Iran dringt auf eigene Kapazitäten zur Urananreicherung, um das bisher einzige Atomkraftwerk in Buschehr und weitere geplante Akw zu betreiben. Insbesondere Israel und die USA befürchten, dass Teheran in Wahrheit den Bau einer Atombombe anstrebt.

Der Westen will verhindern, dass Teheran sein ziviles Atomprogramm für die heimliche Entwicklung von Atomwaffen missbraucht. Die Führung in Teheran beteuert dagegen, ihr Nuklearprogramm diene nur dem friedlichen Zweck der Stromgewinnung. Eine Lösung des Streits soll einem aktuellen Aktionsplan zufolge bis zum 24. November stehen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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