Israel weist Schuld von sich
Fünfjähriger Palästinenser getötet

Neue Zwischenfälle an der libanesisch-israelischen Grenze haben die Spannungen in nahost weiter steigen lassen. In Südlibanon wurde nach libanesischen Angaben ein fünfjähriger Junge in dem grenznahen Ort Hula von einem von Israel aus abgefeuerten Geschoss getötet. Am Grenzübergang nördlich der israelischen Stadt Metulla soll ein Soldat von einem Scharfschützen der Hisbollah-Miliz getötet worden sien.

HB BEIRUT/TEL AVIV. Nach israelischen Angaben wurde das Gebäude, in dem sich der fünfjährige Junge aufgehalten hat, jedoch von einer Mörsergranate der schiitischen Hisbollah-Miliz getroffen, die Israel treffen sollte. Israel versetzte in der Nacht zum Dienstag seine Truppen entlang des befestigten Grenzstreifens in erhöhte Alarmbereitschaft.

Am Montagnachmittag war am Grenzübergang nördlich der israelischen Stadt Metulla ein Soldat nach israelischer Darstellung von einem Scharfschützen der Hisbollah-Miliz getötet worden. Israelische Truppen hätten das Feuer mit leichten Waffen erwidert, sagte ein Armeesprecher. Die Hisbollah dementierte, in den Zwischenfall verwickelt gewesen zu sein.

Nach libanesischen Angaben beschoss die israelische Armee Hisbollah-Stellungen weiter nordöstlich in der Nähe der umstrittenen Schebaa-Farmen mit Granaten. Dabei sei ein Bus mit Zivilisten getroffen worden. Israel dementierte energisch, Ziele in Libanon angegriffen zu haben.

Assad: Israel will Nahost-Konflikt ausweiten

Der syrische Präsident Baschar el Assad hat Israel vorgeworfen, sein Land und den übrigen Nahen Osten in einen größeren Krieg hineinziehen zu wollen. Es war seine erste Reaktion auf einen israelischen Luftangriff auf ein angebliches Trainingslager für palästinensische Extremisten in Syrien vor zwei Tagen.

„(Der Angriff) ist ein Versuch der israelischen Regierung, sich ihrer großen Krise dadurch zu entziehen, dass sie Syrien terrorisiert und zusammen mit der gesamten Region in andere Kriege hineinzieht“, sagte Assad der Tageszeitung „El Hajat“ in einem am Dienstag veröffentlichten Interview. „Denn die (israelische) Regierung ist eine Regierung des Krieges und Krieg ist die Rechtfertigung ihrer Existenz“, setzte er hinzu.

Israel griff das Gelände in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus am Sonntag an, nachdem am Vortag eine palästinensische Selbstmordattentäterin im israelischen Haifa 19 Menschen mit in den Tod gerissen hatte. Das Gelände diene einer gewalttätigen Palästinenser-Gruppe dazu, Attentäter auszubilden, hieß es. Die Palästinenser haben den Vorwurf zurückgewiesen. Seit dem Jom-Kippur-Krieg 1973 war Israel nicht mehr so weit nach Syrien eingedrungen.

Die USA und Israel werfen Syrien vor, Terroristen Unterschlupf zu gewähren und die palästinensische Gewalt gegen Israel zu unterstützen. Syrien übt großen Einfluss auf das Nachbarland Libanon aus. Dort hatte seit Jahren weitgehend Ruhe geherrscht.

Israel: Arafats Tage sind gezählt

Die Tage von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat sind nach den Worten eines ranghohen Beraters des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon gezählt. Eine Entscheidung, wann Arafat von der Macht entfernt werde, sei aber noch nicht gefallen, sagte Scharons Berater Raanan Gissin am Montag.

Im vergangenen Monat hatte die israelische Regierung im Prinzip beschlossen, Arafat von der Macht zu entfernen. In der öffentlichen Diskussion war neben einer Ausweisung auch die Tötung Arafats als Möglichkeit genannt worden. Israel lehnt Arafat als Verhandlungspartner ab und wirft ihm vor, unzureichend gegen palästinensische Extremisten vorzugehen.

Gissin sagte, der Selbstmordanschlag vom Samstag, bei dem eine palästinensische Attentäterin sich und 19 weitere Menschen umgebracht hatte, könnte eine Entscheidung über Arafats Schicksal beschleunigen: „Wir sagen, die Kabinettsentscheidung ist eine hinreichende Warnung, dass seine Tage gezählt sind.“ Wie und wann er von der Macht entfernt werde, werde den Umständen entsprechend entschieden.

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak sagte in Kairo, Eine Ausweisung Arafats wäre „ein terroristischer Akt“, der von der ganzen internationalen Gemeinschaft verurteilt würde. Israel könne damit sein Ziel nicht erreichen. Es würde nur dazu führen, dass „ein Klima der Gewalt und des Schreckens gefördert“ würde.

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