Israel
Weiterer Spitzenpolitiker wechselt ins Scharon-Lager

Zwei Wochen nach der Gründung einer neuen Partei hat der israelische Regierungschef Ariel Scharon einen weiteren Spitzenpolitiker des Landes als Mitstreiter gewonnen. Nach dem früheren Arbeitsparteichef Schimon Perez wechselt ein Vertreter des rechten Lagers ins Scharon-Lager.

HB JERUSALEM. Zachi Hanegbi, der als Hardliner geltende Vorsitzende des Likud- Zentralkomitees und Nachfolger Scharons als Parteichef, gab am Mittwoch in Tel Aviv seinen Wechsel zur Kadima-Partei bekannt. Derweil sprach sich der Ministerpräsident für die Übergabe weiteren Landes an die Palästinenser aus. „Besser ein jüdischer Teilstaat, als das ganze Land ohne jüdischen Staat“, zitierte Scharon den israelischen Staatsgründer David Ben-Gurion.

Mit Hanegbi verzeichnet Scharons Partei einen weiteren prominenten Zugang, nachdem bereits der frühere Vorsitzende der Arbeitspartei, Schimon Peres, seinen Eintritt erklärt hatte. „Mein Herz sagt, bleib im Likud. Aber die staatliche Vernunft sagt, beteilige dich an diesem historisch-politischen Schritt an der Seite des Ministerpräsidenten“, sagte Hanegbi, gegen den wegen Korruption ermittelt wird. Scharon will sich im März an der Spitze seiner neuen Partei um eine weitere Amtszeit als Ministerpräsident zur Wahl stellen.

Der frühere israelische Geheimdienstchef Ami Ajalon riet zu einer Räumung der im Westjordanland außerhalb der Sperranlage gelegenen jüdischen Siedlungen. „Es ist unmoralisch, Häuser zu bauen, von denen wir wissen, dass sie zerstört werden. Und es ist unmoralisch, Soldaten zum Töten und in den Tod zu schicken für Land, das nicht von Israel kontrolliert werden wird“, zitierte die Tageszeitung „Haaretz“ den früheren Leiter des israelischen Inlandsgeheimdienstes.

Ein Führer der radikalislamischen Hamas-Bewegung rief die militanten Palästinensergruppen zur Fortsetzung der Waffenruhe mit Israel auf. Alle Fraktionen müssten sich an die in Kairo getroffene innerpalästinensische Vereinbarung halten, sagte Hassan Jussef, ein führender Hamas-Vertreter im Westjordanland, dem israelischen Rundfunk. Nach einer am Mittwoch veröffentlichte Meinungsumfrage könnte Hamas bei der palästinensischen Parlamentswahl im Januar im Gazastreifen stärkste Partei werden.

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