Israel weitet Offensive aus
Das Kriegsziel heißt Litani-Fluss

Das israelische Sicherheitskabinett hat beschlossen, dass die Armee ihre Offensive im Südlibanon erheblich ausweitet: Bis zum Litani-Fluss in 30 Kilometer Entfernung von der Grenze sollen die Soldaten vordringen. Sogar der zu erwartende „Blutzoll“ einer solchen Operation wurde offenbar einkalkuliert.

HB JERUSALEM. Kabinettsminister Eli Jischai sagte nach der Sitzung des Sicherheitskabinetts, die neue Bodenoffensive werde 30 Tage dauern. Ein dem Sicherheitskabinett vorgelegter Plan sah vor, etwa 30 000 Soldaten in das umkämpfte Gebiet zu verlegen, die dort Raketenstellungen und Waffenlager der Hisbollah zerstören sollen. Ein Militärexperte soll in der Ministerrrunde erklärt haben, dabei sei mit dem Tod von 100 bis 200 Soldaten zu rechnen.

Der Litani-Fluss entspringt nahe der Stadt Baalbek und fließt durch die libanesische Bekaa-Ebene parallel zur Mittelmeerküste nach Südwesten. Unweit des israelischen Ortes Metulla an der Nordspitze des Landes schwenkt der Fluss nach Westen und mündet nördlich von Tyrus ins Mittelmeer. 1978 hatte die israelische Armee das Gebiet südlich des Litani-Flusses schon einmal besetzt. 1985 zog Israel die meisten Soldaten ab und überließ die Kontrolle des Gebietes weitgehend der mit ihr verbündeten Südlibanesischen Armee. Im Jahr 2000 verließen die letzten israelischen Soldaten den Libanon.

Gegenwärtig sind rund 10 000 israelische Soldaten in einem sechs km breiten Streifen jenseits der Grenze auf libanesischem Gebiet im Einsatz. Auch am Mittwoch lieferten sie sich nach israelischen Angaben in mehreren Ortschaft auf libanesischer Seite wieder Gefechte mit Hisbollah-Milizionären. Dabei wurden mehrere israelische Soldaten verwundet.

In der Nacht hatte die israelische Luftwaffe mehr als 100 Angriffe auf Ziele in dem nördlichen Nachbarland geflogen. Es seien vor allem Gebäude angegriffen worden, die von der Hisbollah als Unterschlupf oder Kommandoposten benutzt würden, sagte eine Militärsprecherin in Tel Aviv. Außerdem habe die Luftwaffe vier Raketenstellungen der Schiiten-Miliz zerstört.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier warb in Israel unterdessen für eine Verbesserung der unverändert kritischen Lage der libanesischen Flüchtlinge. Mit der Annahme einer Waffenstillstands-Resolution der USA und Frankreichs wird nun für Donnerstag gerechnet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%