Israelfeindliche Äußerungen
Wachsende Kritik beeindruckt den Iran nicht

Die Emörung über die israelfeindlichen Äußerungen des iranischen Präsident Mahmud Ahmadinedschad ziehen immer weitere Kreise. Selbst die arabische Welt findet kritische Töne. Der Iran lässt sich davon nicht beirren und kündigt den Bau weiterer Atomkraftwerke an.

HB TEHERAN. Saudiarabische Kommentatoren zeigten sich am Freitag geradezu wütend darüber, dass Ahmadinedschad mit seinem Vorschlag zur Verlegung Israels nach Europa vom friedlichen Charakter des muslimischen Gipfels in Mekka abgelenkt habe. Iranische Politiker appellierten derweil an die geistliche Führung in Teheran, das weltliche Staatsoberhaupt in die Schranken zu weisen.

„Der Präsident muss seine Worte mit Bedacht wählen. Er könnte der Welt seine Botschaft auf eine bessere Art mitteilen“, erklärte Hamid Resa, Vorsitzender der Islamischen Koalitionsgesellschaft. Dabei handelt es sich um eine Partei von iranischen Hardlinern, was in der gegenwärtigen Situation praktisch für sich selbst spricht.

Reaktionen aus aller Welt fielen bekanntlich noch weitaus kritischer aus. Auch Verbündete Teherans wie Russland distanzierten sich von den jüngsten Äußerungen Ahmadinedschads. Besondere Verärgerung herrschte jedoch in Saudi-Arabien, nach dessen Plänen vom Gipfel in Mekka eine Botschaft der Toleranz ausgehen sollte. Die Gastgeber wollten erklärtermaßen die gemäßigte Seite des Islams unter Beweis stellen und eine einige Front der Muslime gegen den Terrorismus demonstrieren. Hier hat ihnen Ahmadinedschad einen Strich durch die Rechnung gemacht.

„Der iranische Präsident scheint seine Orientierung verloren zu haben“, schrieb der prominente saudiarabische Kommentator Gilan al Ghamidi. „Der Iran sollte logisch handeln, wenn er sich die Unterstützung der Welt sichern will. Der Präsident hat hier nichts gewonnen, sondern viel verloren.“

Selbst ranghohe saudiarabische Regierungsbeamte machten gegenüber ihrem Unmut Luft. Einer von ihnen verglich den iranischen Präsidenten mit dem gestürzten irakischen Staatschef Saddam Hussein und dem libyschen Revolutionsführer Muammar al Gaddafi. Beide hätten in der Vergangenheit wiederholt provokative Bemerkungen von sich gegeben, die dann der gesamten islamischen Welt angelastet worden seien.

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