Israelis und Palestinenser liefern sich Gefechte - elf Tote
Raketen treffen Flüchlingslager im Gaza-Streifen

Die Gewaltspirale im Gaza-Streifen dreht sich weiter: Bei Gefechten gab es im Gaza-Streien mindestens elf Tote. Nachdem radikale Palästinenser die israelische Grenzstadt Sderot beschossen hatten, griff die israelische Armee das Flüchtlingslager Dschabalia an.

HB GAZA. Bei heftigen Schießereien sind im Gazastreifen mindestens elf Menschen getötet worden. Darunter seien acht Palästinenser, zwei israelische Soldaten und eine jüdische Siedlerin, wie aus Mitteilungen der Armee und militanter Palästinenserorganisationen hervorging.

Bewaffnete Palästinenser attackierten einen israelischen Beobachtungsposten und die im Norden des Gazastreifens gelegene jüdische Siedlung Nisanit. Im Flüchtlingslager Dschabalia lieferten sich Soldaten Kämpfe mit Palästinensern, die Panzerfäuste einsetzten und versteckte Bomben zündeten, wie die Armee mitteilte. Die Armee hatte ihre Offensive im Norden des Gazastreifens in der Nacht zum Donnerstag ausgeweitet. Mit einer Pufferzone sollen die Soldaten weitere palästinensische Raketenangriffe verhindern.

Nach Angaben palästinensischer Ärzte griffen Apache-Kampfhubschrauber das Flüchtlingslager Dschabalia mit Rakten an und töteten mindestens zwei Palästinenser, vier wurden verletzt. Zeitgleich seien israelische Panzer und Truppentransporter eingerückt. Wenig später sei ein Büro einer karitativen Palästinenser-Organisation in Gaza-Stadt bei einem israelischen Luftangriff zerstört worden, wobei es nach Angaben von Augenzeugen keine Opfer gab. Das Büro wird von einer Islamisten-Gruppe betrieben, der Israel Verbindungen zu militanten Palästinensern vorwirft.

Zuvor war die israelische Grenzstadt Sderot vom Gaza-Streifen aus mit Raketen beschossen worden. Dabei starben zwei Kleinkinder, 31 Israelis wurden teils schwer verletzt. Die beiden Kinder im Alter von zwei und vier Jahren spielten im Freien als eine der Raketen in ihr Wohngebiet einschlug. Zu dem Angriff bekannte sich auf einem später gefundenen Flugblatt die radikal-islamische Hamas-Bewegung.

Am Dienstagabend waren starke Verbände der israelischen Armee mit Panzern und Bulldozern in den Norden des Gazastreifen eingerückt. Der Einsatz gelte militanten Palästinensern, die aus dem Grenzgebiet heraus immer wieder Kassam-Raketen auf Israel abfeuerten, hieß es dazu von israelischer Seite. Nach Angaben palästinensischer Ärzte wurden bis Mittwochabend allein bei der Offensive im nördlichen Gazastreifen sechs Palästinenser getötet und mehr als 30 verletzt.

Bei einem Vorstoß der israelischen Armee in Nablus im Westjordanland wurde am Mittwoch zudem ein Mitglied der militanten Al-Aksa-Brigaden getötet. Die Armee habe das Feuer eröffnet, als der 25-Jährige zu fliehen versuchte, teilte die palästinensische Polizei mit. Israelische Grenzpolizisten töteten in der Stadt Dschenin im Westjordanland außerdem zwei Palästinenser in einem Taxi. Zwei Frauen seien durch Schüsse verletzt worden, teilte die palästinensische Polizei weiter mit. Soldaten in Zivil hätten das Feuer auf den Wagen eröffnet.

Unterdessen hat das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) hat bei der israelischen Regierung gegen die Behinderung der Arbeit im Gazastreifen protestiert. Wegen des Großeinsatzes der Armee sei die Verteilung von Lebensmitteln unterbrochen, UN-Mitarbeiter seien erheblichen Gefahren ausgesetzt, kritisierte das Hilfswerk am Donnerstag.

Mehr als 750 Mitarbeiter - darunter seien auch stillende Mütter - könnten seit nunmehr drei Tagen nicht zurück in ihre Häuser. Zudem hätten israelische Behörden den UNRWA-Chef Peter Hansen in beispielloser Weise an der Ausreise aus dem GAZAstreifen zu einem UN- Treffen in der jordanischen Hauptstadt Amman gehindert.

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