Israelische Kampfhubschrauber greifen an
Palästinenser töten israelischen Siedler

Nur Stunden nach einem neuen tödlichen Raketenangriff Israels im Gazastreifen haben Palästinenser am Freitag im Westjordanland einen israelischen Siedler erschossen. Bei dem Überfall nordöstlich von Ramallah wurde auch die hochschwangere Ehefrau des 25-Jährigen schwer verletzt.

HB/rtr/dpa JERUSALEM. Die Angreifer, die aus einem Versteck am Straßenrand das Feuer auf das Fahrzeug des Ehepaars eröffnet hatten, konnten entkommen. Zu der Tat bekannten sich die Al-Aksa-Brigaden, der militärische Arm der Fatah-Bewegung des Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat.

Der militärische Arm der radikal-islamischen Hamas-Bewegung kündigte unterdessen in der Nacht zum Freitag Rache für die Tötung eines weiteren führenden Aktivisten im südlichen Gazastreifen an. In einem Flugblatt der Gruppe Issedin el Kassam hieß es unter anderem: „Wir werden die Erde unter den Füßen der Zionisten in Brand setzen.“

Israelische Kampfhubschrauber hatten am Donnerstagabend in Chan Junis mehrere Raketen auf einen Eselkarren abgefeuert. Dabei wurden der 36-jährige Hamdi Kadach getötet und vier unbeteiligte Zivilisten zum Teil schwer verletzt. Auch der Esel erlitt tödliche Verletzungen. Kadach soll für den Mörserbeschuss israelischer Siedlungen verantwortlich sein. Es war der vierte Hubschrauberangriff Israels auf militante Palästinenser im Gazastreifen innerhalb einer Woche. Israel hatte die Liquidierungen wieder aufgenommen, nachdem sich am Dienstag vergangener Woche ein palästinensischer Selbstmordattentäter in einem Bus in Jerusalem in die Luft gesprengt und 21 Menschen mit in den Tod gerissen hatte.

Israelische Truppen drangen unterdessen am Freitag erneut in den nördlichen Gazastreifen ein. Nahe Beit Chanun zerstörten die Soldaten einen Hain, von dem aus Militante am Vortag Kleinraketen des Typs „Kassam“ auf die israelische Küstenebene abfeuert hatten. Ein Armeesprecher teilte mit, bei dem Einsatz nahe Beit Chanun sei die am Vortag verwendete Abschussrampe gefunden worden. Eine der abgefeuerten Raketen war erstmals in der Großstadt Aschkelon eingeschlagen. Ministerpräsident Ariel Scharon hatte die Armee daraufhin angewiesen, den Raketenbeschuss „mit allen notwendigen Mitteln“ zu unterbinden. Auch am Freitag schlugen jedoch im Bereich der jüdischen Siedlung Kfar Darom wieder drei Mörsergranaten ein. Niemand wurde verletzt.

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