Israelische Luftangriffe
Schwere Kämpfe im Gazastreifen

Rivalisierende Palästinenser-Gruppen haben sich im Gazastreifen die schwersten Kämpfe seit Verkündung einer Waffenruhe vor knapp einem Monat geliefert. Die israelische Armee bombardierte zudem Stellungen militanter Extremisten im Gazastreifen.

HB GAZA/TEL AVIV. Nach dem ersten palästinensischen Vorstoß auf israelisches Gebiet seit einem Jahr hat Israels Luftwaffe Ziele im Gazastreifen bombardiert. Kampfhubschrauber des Typs Apache schossen in der Nacht zum Sonntag Raketen auf Gebäude des Islamischen Dschihad und der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Dabei wurde ein Palästinenser leicht verletzt, es entstand erheblicher Sachschaden. Vier Kämpfer des Dschihad und der Fatah waren am Samstag bei Kissufim auf israelisches Gebiet vorgedrungen. Nach Angaben des Dschihad wollten sie einen Soldaten entführen. Bei einem heftigen Feuergefecht mit Soldaten wurde einer der Angreifer getötet, die restlichen drei konnten wieder auf palästinensisches Gebiet fliehen.

Die Kämpfer benutzten bei ihrem Vorstoß ein weißes Fahrzeug, auf dem in großen Lettern „TV“ stand. Der Auslandspresseverband in Israel und den palästinensischen Gebieten verurteilte diesen Missbrauch scharf. Zuletzt hatte es einen solchen Überfall im Juni 2006 gegeben, als der israelische Soldat Gilad Schalit verschleppt wurde.

Bei Kämpfen der rivalisierenden Palästinensergruppen Fatah und Hamas wurden am Samstagabend in Rafah im südlichen Gaza-Streifen zwei Menschen getötet und etwa 40 verletzt. Zentrum der Gefechte zwischen Anhängern der radikal-islamischen Hamas und der gemäßigten Fatah von Präsident Mahmud Abbas war die Stadt Rafah im Süden des Küstenstreifens. Hunderte Kämpfer lieferten sich stundenlang Schießereien und beschossen einander mit Granaten. Beide Gruppen machten sich gegenseitig für den Ausbruch der Kämpfe verantwortlich. Am Sonntag vereinbarten beide Seiten wieder einmal eine Waffenruhe.

Unterdessen bestätigte die israelische Regierung, geheime Botschaften an die Führung des verfeindeten Nachbarlandes Syrien übermittelt zu haben. Transportminister Schaul Mofas wollte jedoch in einem Gespräch mit dem israelischen Rundfunk keine Einzelheiten nennen. Einem Zeitungsbericht zufolge hatte der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert Syrien in einer Geheimbotschaft einen Rückzug von den 1967 besetzten Golanhöhen im Gegenzug für einen umfassenden Friedensvertrag angeboten. Israel verlange zudem, dass Damaskus Unterstützung für militante Palästinensergruppen einstelle. Der syrische Präsident habe bisher nicht auf das Angebot geantwortet.

Die israelische Zeitung „Jediot Achronot“ berichtete unterdessen am Sonntag, jüdische Siedler hätten einen muslimischen Friedhof im nördlichen Westjordanland geschändet. Etwa 1300 Siedler seien mit Erlaubnis der Armee in das arabische Dorf Kifal Haris vorgedrungen, um dort an der Grabstätte des biblischen jüdischen Anführers Jehoschua Bin Nun zu beten. Einige radikale Männer hätten dort in der Nacht zum Freitag insgesamt neun Grabsteine von Muslimen zerschlagen und auf andere Sprüche wie „Tod den Arabern“ gesprüht. Die Armee teilte mit, es handele sich um einen „schlimmen Vorfall“.

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