Israelischer Angriff verurteilt
Deutschland will Syriens Resolution nicht zustimmen

Bundeskanzler Gerhard Schröder findet den syrischen Entwurf einer Uno-Resolution, die Israels Angriffe auf Syrien verurteilen soll, nicht ausgewogen genug. Trotz der Angriff feiert das Land den Jahrestag des Yom Kippur-Krieges.

HB DAMASKUS/RIAD. Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich skeptisch zu einem Entwurf Syriens für eine Uno-Resolution geäußert, mit der israelische Luftangriffe auf Ziele in Syrien verurteilt werden sollen. Zwar habe er noch nicht den gesamten Text gelesen, sagte Schröder am Montag im saudiarabischen Riad. „Aber was ich davon weiß, ist mir das nicht ausgewogen genug erschienen.“ Vor seinem Besuch in Riad hatte Schröder in Kairo den jüngsten israelischen Angriff ungewöhnlich offen verurteilt und erklärt, dies kompliziere den Friedensprozess. „Deshalb ist die Aktion in Syrien auch nicht akzeptabel“, hatte Schröder gesagt.

Nach einem palästinensischen Selbstmordanschlag in Haifa hatte Israel am Sonntag zum ersten Mal seit 30 Jahren einen Luftangriff auf den Nachbarstaat geflogen. Es seien Trainingslager palästinensischer Extremisten angegriffen worden, die für die Zerstörung Israels kämpfen, teilte Israel mit.

Der Uno-Sicherheitsrat hatte am Sonntag auf einer Sondersitzung über den syrischen Entwurf beraten. Es blieb offen, ob und wann das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen darüber abstimmen wird. Die USA haben den Entwurf und Syriens Haltung im Kampf gegen den internationalen Terrorismus bereits scharf kritisiert.

Syrien feiert Yom Kippur-Krieg trotz Anschlags

Syrien hat seine geplanten Militärparaden und landesweiten Feiern zum 30. Jahrestag des Jom-Kippur-Krieges von 1973 am Montag trotz des israelischen Angriffs auf ein palästinensisches Lager auf seinem Staatsgebiet nicht abgesagt. In der staatlichen Presse wurden am Montag Vorführungen der Luftwaffe sowie Artillerie-Salutschüsse angekündigt. In der staatlichen Zeitung „Al-Thawra“ wurde der Waffengang von damals als „großartiger Krieg“ glorifiziert.

Der ägyptische Präsident Husni Mubarak hatte am Sonntag in einer vor dem israelischen Angriff aufgezeichneten Rede zum Jahrestag des Krieges erklärt: „Der ägyptischen Truppen gelang es, den Mythos der unbezwingbaren (israelischen) Armee zu beseitigen und den Weg für einen gerechten und dauerhaften Frieden zu ebnen.“ Syrien und Ägypten hatten am 6. Oktober 1973 einen Krieg gegen Israel begonnen, um die vom jüdischen Staat 1967 besetzte Gebiete zurückzuerlangen. Den Ägyptern gelang es zur Überraschung Israels und des Westens den Suezkanal zu überqueren, doch die arabischen Armeen konnten ihre anfänglichen Gewinne nicht halten.

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