Israels Gaza-Offensive: Obama will Nahost-Konflikt lösen

Israels Gaza-Offensive
Obama will Nahost-Konflikt lösen

Israel will seine Militäroffensive im Gazastreifen fortsetzen, auch wenn Regierungschef Ehud Olmert die Ziele näherrücken sieht. Derweil kündigte der künftige US-Präsident Barack Obama an, sich direkt nach seinem Amtsantritt für eine Lösung des Konflikts einzusetzen.

HB TEL AVIV/GAZA/WASHINGTON. "Wir nähern uns den selbst gesteckten Zielen", erklärte Olmert am Sonntag zu Beginn der dritten Woche der Militäroffensive im Gazastreifen . Gleichzeitig gab er zu verstehen, dass Israel seine Militäroperation fortsetzen werde, auch wenn diplomatische Optionen geprüft würden. Erst am Vortag hatte die Armee Flugblätter über dem Gazastreifen abgeworfen und darauf verstärkte Angriffe angekündigt. Israelische Bodentruppen stießen am Sonntag in die südlichen Vororte von Gaza-Stadt vor. Es kam zu heftigen Gefechten.

Der künftige US-Präsident Barack Obama will sich sofort nach seinem Amtsantritt am 20. Januar für eine Lösung des Nahostkonflikts einsetzen. Er erklärte, er habe schon jetzt begonnen, ein Team von Experten zusammenzustellen. Damit soll sichergestellt werden, dass die neue Regierung die "besten Leute zusammen hat, die sich sofort im Nahost-Friedensprozess als Ganzes engagieren".

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier führte am Sonntag im Rahmen seiner Nahostreise in Israel Gespräche und zeigte sich besorgt über die wachsende Zahl von zivilen Opfern im Gazastreifen. Insgesamt belief sich die Zahl der Toten seit dem 27. Dezember nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza bis Sonntagmittag auf 878, mehr als 3 500 seien verletzt worden.

Bundesaußenminister Steinmeier forderte am Sonntag nach einem Gespräch mit Israels Außenministerin Zipi Livni: "Wir brauchen möglichst schnell einen dauerhaften Waffenstillstand." Livni erklärte dagegen, Israel werde selbst entscheiden, wann es die Offensive beende. "Wir werden niemanden für uns entscheiden lassen", sagte sie in Jerusalem. Einen Dialog mit Hamas lehnte sie ab.

Weltweit demonstrierten am Samstag Hunderttausende von Menschen gegen die israelische Militäraktion. Zu Großdemonstrationen kam es in London, Paris und Barcelona. In mehreren Städten Deutschlands gingen insgesamt knapp 35 000 Menschen gegen das Vorgehen der Israelis auf die Straße. Auch in Washington demonstrierten mehrere tausend Menschen. Am Sonntag gab es eine Reihe von Solidaritätsveranstaltungen mit Israel, darunter in Berlin, Frankfurt/Main und München.

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