Israels Hamas-Attacke in der Kritik
Nahost: UN-Mitglieder "schockiert"

So wie Deutschlands UN-Botschafter, Gunter Pleuger, haben eine Reihe von Uno-Diplomaten reagiert. Er warnte am Montag vor einer neuen Spirale der Gewalt und forderte Israelis und Palästinenser zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Fast 40 Länder haben sich im Weltsicherheitsrat in New York schockiert und besorgt über die Tötung des Hamas-Führers Abdel Asis Rantisi durch Israel geäußert.

HB NEW YORK. Russland verurteilte „jegliche außergerichtliche Exekution“, und China äußerte sich „zutiefst schockiert“ über Israels Vorgehen. Die offene Debatte im Sicherheitsrat war zwei Tage nach dem tödlichen Raketenangriff auf Rantisi von Algerien im Namen der arabischen Staaten beantragt worden.

Der palästinensische UN-Beobachter Nassir el Kidwa erinnerte den Sicherheitsrat daran, dass er sich erst vor vier Wochen mit der gezielten Tötung des Hamas-Gründers Scheich Ahmed Jassin auseinander setzen musste. Seitdem habe Israel „seine Kampagne des Tötens und Zerstörens fortgesetzt“ und „fast täglich Kriegsverbrechen und Menschenrechtsvergehen begangen“. Ihm hielt Israels UN-Botschafter Dan Gillerman entgegen, dass die Hamas-Organisation nur Stunden vor Rantisis Tötung die Verantwortung für einen Selbstmordanschlag übernommen hatte, der das Leben eines 20-jährigen Israelis kostete.

Derweil drängen die arabischen Staaten den UN-Sicherheitsrat, Israels Vorgehen gegen Rantisi in einer Resolution zu verurteilen. Dem höchsten UN-Gremium lag am späten Montagabend ein ägyptischer Resolutionsentwurf vor. Darin wird Israels Handeln als „illegal, ungerechtfertigt und schädlich“ gerügt und das sofortige Ende solcher Maßnahmen verlangt. Gillerman nannte den Resolutionsentwurf ein „weiteres Beispiel der Fehlinterpretation und des Messens mit zweierlei Maß“. Jeder „fair gesonnene Sicherheitsrat“ würde sich schämen, so etwas zu verabschieden, meinte der israelische Botschafter.

UN-Diplomaten bezeichnen den Text „ausgewogener als frühere Textvorlagen“ der Araber und hoben hervor, dass er generell „alle Terrorakte, militärischen Angriffe und Provokationen“ in der Region verurteilt. Ungeachtet seiner milderen Sprache dürfte er von Washington abgelehnt werden. In der Vergangenheit waren vergleichbare Vorstöße immer am Veto der USA gescheitert, die die arabischen Texte als einseitig und unausgewogen zurückwiesen. Eine Abstimmung über die Resolution wurde für die nächsten Tage erwartet.

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