Israels Premier
Ariel Scharon schwebt in Lebensgefahr

Israel bangt um einen Kriegshelden: Ex-Ministerpräsident Ariel Scharon, der seit einem Schlaganfall im Koma liegt, kämpft um sein Leben. Laut Ärzten hat er Schäden an mehreren Organen, sein Zustand sei „kritisch“.
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Tel AvivDer frühere israelische Ministerpräsident Ariel Scharon, 85, schwebt nach Angaben eines Krankenhausleiters weiter in Lebensgefahr. „Der Zustand ist kritisch“, sagte Professor Zeew Rothstein am Donnerstag im Krankenhaus Tel Haschomer bei Tel Aviv. Scharon war vor acht Jahren nach einem schweren Schlaganfall ins Koma gefallen.

In den vergangenen Tagen habe sich sein Zustand dramatisch verschlechtert, sagte Rothstein. Lebenswichtige Organe funktionierten nicht mehr richtig. Er könne aber keine Prognose über Scharons Überlebenschancen abgeben. „Ich bin kein Prophet.“

„Arik (Scharons Spitzname) ist ein robuster Mann“, sagte Rothstein. „Er hat schon schlimme Zustände überlebt.“ Scharons Familie sei bei ihm am Krankenbett. Der Krankenhausleiter dementierte Berichte, denen zufolge Scharon wegen Nierenversagens eine Dialysebehandlung bekomme. „Es gibt Schäden an mehreren Organen“, sagte er. Scharon werde medikamentös behandelt. Zuletzt habe er auch mehrere Infektionen erlitten, die seinen Zustand noch verschlechtert hätten. Im September war ihm bei einer Routineoperation ein neuer Schlauch zur künstlichen Ernährung eingesetzt worden. Scharon kann nicht schlucken und wird deshalb künstlich ernährt. Zudem ist er an Beatmungsgeräte angeschlossen.

Scharon gilt als einer der prägendsten und umstrittensten politischen Figuren Israels seit der Staatsgründung von 1948. Zunächst hatte er eine erfolgreiche Militärlaufbahn absolviert. Ihm wurden entscheidende Erfolge sowohl im Sechs-Tage-Krieg von 1967 als auch im Jom-Kippur-Krieg von 1973 zugeschrieben. Für den Einmarsch Israels 1982 in den benachbarten Libanon zeichnete er später als Verteidigungsminister verantwortlich.

In die Politik war Scharon 1973 nach der Gründung des konservativen Likud-Blocks eingetreten. Er diente unter anderem als Landwirtschafts-, Verteidigungs-, Bau- und Außenminister. 2001 wurde er zum ersten Mal Ministerpräsident.

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