Isreal-Jahrestag
Viele Verletzte bei anti-israelischen Krawallen

Zum Jahrestag des israelischen Staates ist es in etlichen arabischen Städten zu Ausschreitungen gekommen. Allein in Kairo wurden 350 Menschen verletzt. Deutschland mahnt die Konfliktparteien zur Besonnenheit.
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KairoBei den Krawallen vor der israelischen Botschaft in Kairo sind nach einer Bilanz der ägyptischen Behörden mehr als 350 Menschen verletzt worden. 45 seien in Krankenhäuser gebracht worden, teilte das Gesundheitsministerium nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Mena am Montag mit.

Vor der diplomatischen Vertretung hatten am Sonntag zum Jahrestag der Staatsgründung Israels mehrere Hundert Menschen demonstriert und von der Militärregierung eine palästinenser-freundliche Politik gefordert. Als Protestierende eine Absperrung vor dem Botschaftsgebäude durchbrachen, setzte die Polizei nach Berichten von Augenzeugen Tränengas ein. Die Armee nahm Mena zufolge später 186 Menschen fest.

Auch im Libanon und Syrien sowie in den Palästinenser-Gebieten war es Sonntag zu anti-israelischen Krawallen und Zusammenstößen mit der israelischen Armee gekommen. Israelische Soldaten erschossen bis zu 13 Palästinenser, die bei Demonstrationen am arabischen Jahrestag der israelischen Staatsgründung die Grenzzäune überrannt hätten.

Regelrechte Tumulte entwickelten sich vor allem in dem drusischen Dorf Madschdal Schams auf den Golan-Höhen, einem syrischen Gebiet, das von Israel seit mehr als vier Jahrzehnten besetzt ist.

Die Regierung in Damaskus verurteilte das Vorgehen der israelischen Armee als „kriminelle Handlung auf den Golan-Höhen, in Palästina und im südlichen Libanon“. Dem Staatsfernsehen zufolge waren vier der Getöteten syrische Bürger. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu äußerte seine Entschlossenheit, die Grenzen zu verteidigen. Er hoffe aber, dass bald Ruhe zurückkehren werde, sagte Netanjahu in einer kurzen Fernsehansprache.

Deutschland rief die Konfliktparteien zur Besonnenheit auf.

Die Bundesregierung beobachte die Ereignisse mit Sorge, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. Es sei wichtig, dass die Gewalt aufhöre. Die volatile Lage zeige, wie wichtig es sei, dass der Friedensprozess wieder belebt werde und die Gespräche wieder begännen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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