Italien auch für Zwei-Euro-Schein
Kein Widerspruch gegen Ein-Euro-Banknote

Italien und Österreich drängen auf die Ausgabe eines Ein-Euro-Scheins. Beim Treffen der EU-Finanzminister gab es nach Aussage des österreichischen Vertreters Karl-Heinz Gasser keinen Widerspruch.

HB LUXEMBURG. Vielmehr hätten mehrere gesagt, die Einführung eines solchen Scheins würde Sinn machen. Bislang hatten sich die meisten Staaten der Eurozone, darunter Deutschland, eher ablehnend zu dem Vorstoß geäußert. „Das Münzgeld geht mir etwas auf die Nerven“, sagte Grasser beim Treffen der EU-Finanzminister in Luxemburg.

Der italienische Finanzminister und EU-Ratsvorsitzende Giulio Tremonti machte sich in der Eurogruppe ebenfalls für die baldige Einführung von Ein- und Zwei-Euro-Banknoten stark. Tremonti sagte, viele Menschen seien es nicht gewohnt, mit Münzen mit hohem Nennwert umzugehen. Vor der Währungsunion waren Münzen in Italien nur maximal 500 Lire wert. Dies entsprach etwa 50 Pfennig oder etwa 25 Cent. Aber auch 500 Lire-Münzen waren nur wenig im Umlauf. Am geläufigsten waren Münzen von maximal 200 Lire. In Deutschland war dagegen der Fünf-Mark-Schein (etwa 2,50 Euro) weit weniger verbreitet als das Fünf-Mark-Stück.

Tremonti äußerte sich nicht dazu, wann solche Banknoten eingeführt werden könnten. Dies solle spätestens bei der Einführung einer neuen Geldschein-Serie geschehen, er hoffe jedoch auf einen früheren Termin, sagte er. Die Geldscheine werden von der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgegeben.

Auch das Europäische Parlament drängt seit langem auf einen solchen Schritt und hatte im Mai eine entsprechende Initiative bei der EZB und der Europäischen Kommission angeschoben.

In Berliner Regierungskreisen wurde der Vorstoß dagegen zunächst skeptisch aufgenommen. Die Frage stelle sich derzeit nicht, hieß es. Außerdem müsse erst eine „Bedarfsanalyse“ durchgeführt werden. Grasser sagte weiter, EZB-Präsident Wim Duisenberg habe gesagt, er werde dem EZB-Rat bei dessen nächster Sitzung über die Haltung der Minister informieren. Außerdem solle es schnell eine Analyse geben, ob der Wunsch in den Euroraum-Staaten tatsächlich bestehe.

Duisenberg hatte sich bislang eher ablehnend dazu geäußert, weil es in den meisten Ländern des gemeinsamen Währungsraums einen Bedarf für solche neuen Scheine gebe. Lediglich in Italien, Österreich und Griechenland gebe es eine deutliche Mehrheit dafür, dagegen sähen laut Umfragen bis zu 90 Prozent der Bürger in den Niederlanden und Deutschland keine Notwendigkeit.

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