Italien Berlusconi im Bunga-Bunga-Prozess verurteilt

Silvio Berlusconi ist im Prozess um Sex mit der minderjährigen Prostituierten „Ruby“ und Amtsmissbrauch schuldig gesprochen worden. Der Ex-Premier kündigt Widerstand an – und attackiert die Richterinnen.
Update: 24.06.2013 - 20:50 Uhr 27 Kommentare

Berlusconi zu sieben Jahren Haft verurteilt

MailandDer frühere italienische Regierungschef Silvio Berlusconi ist im „Ruby“-Prozess um Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch schuldig gesprochen worden. Ein Mailänder Gericht verurteilte ihn am Montag in erster Instanz zu einer Haftstrafe von sieben Jahren. Zudem darf der 76-Jährige keine öffentlichen Ämter mehr übernehmen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, sollte eine der beiden Seiten Berufung einlegen.

Es wird erwartet, dass Berlusconis Anwälte das Urteil anfechten. Ihr Mandant hatte sich als völlig unschuldig bezeichnet. Das Urteil entbehre jeder Logik, sagte sein Verteidiger Niccolo Ghedini.

Berlusconi kündigte am Montagabend „Widerstand“ gegen das Urteil an. Das von einem Gericht in Mailand verhängte Urteil sei „brutal“, erklärte er in einer Stellungnahme. Er sei „absolut unschuldig“. „Ich war davon überzeugt, freigesprochen zu werden, weil es absolut keine Möglichkeit für einen auf Beweisen basierenden Schuldspruch gab“, erklärte Berlusconi.

Der Politiker warf den drei Richterinnen in Mailand vor, ihn zu verfolgen. „Ich habe vor, mich der Verfolgung zu widersetzen, weil ich absolut unschuldig bin, und ich will meinen Kampf nicht aufgeben, aus Italien ein wahrhaft freies und gerechtes Land zu machen.“


Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von sechs Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Es ist der zweite Schuldspruch gegen Berlusconi innerhalb weniger Wochen. Bereits im Mai war er wegen Steuerbetrugs verurteilt worden. In diesem Prozess wird im Herbst das definitive Urteil in dritter Instanz erwartet.

Sollte der Politiker und Medienmogul verurteilt werden, könnte dies auch die italienische Regierung in einige Bedrängnis bringen. Berlusconi, der immer wieder im Visier der Justiz steht, ist mit seiner PdL-Partei (Volk der Freiheit) ein wichtiger Partner in der großen Koalition von Ministerpräsident Enrico Letta.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Berlusconi bei den angeblich wilden „Bunga-Bunga“-Nächten in seiner Villa Arcore bei Mailand mit der minderjährigen Marokkanerin „Ruby“ Sex gegen Geld hatte. Die Anklage hatte in ihrem Plädoyer ausgeführt, in der Villa habe es „systematische Prostitution“ gegeben. Berlusconi und die Tänzerin hatten das stets bestritten.

Die heute 20-Jährige hatte aber zugegeben, bei mehreren Festen in Berlusconis Villa Gast gewesen zu sein und Geld von dem Politiker erhalten zu haben. Junge Frauen hätten als Nonnen oder als US-Präsident Barack Obama verkleidet für Berlusconi getanzt.

Auch des Amtsmissbrauchs befand das Gericht Berlusconi für schuldig. Der damalige Ministerpräsident soll mit Anrufen bei der Polizei nach einer Festnahme „Rubys“ im Mai 2010 ihre Freilassung erwirkt haben.

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27 Kommentare zu "Italien: Berlusconi im Bunga-Bunga-Prozess verurteilt"

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  • Wer die häßlichen Kühe im TV gesehen hat, die Berlusconi verurteilt haben, versteht sofort was abläuft.

    Häßliche alte Zicken sind stinksauer, wenn Männer mit hübschen jungen Mädchen Spaß haben anstatt mit ihnen.

    Und sie schrecken dann vor keiner Schandtat zurück.

    Hell has no fury like a woman scorned.

  • Die Gerichte spinnen doch und es ist klar zu sehen, dass sie Berlusconi verfolgen. Die sich über ihn aufregen sind die selben Leute die auch die Türkei in der EU haben wollen.
    Nicht auszudenken wenn Gül als Präsident der Türkei, der mit 29 Jahren
    seine erst 15 Jährige Cousine zwangsgereiratet hat
    Berlusconi 7 Jahre Haft die Hand schüttelt, nur weil er mit Nutten Spaß hatte. Amtsmissbrauch gibt es auch bei uns, nur das Amtsmissbrauch einfach legalisiert wurde.


  • Ob Sie immer noch so sprechen würden, wenn Sie feststellen würden, dass ihre 17 jährige Tochter auf den Strich geht, weil ein alter Knacker ihr Dinge gegeben hat, die sie ihr nicht geben können oder wollen wie zB. literweise Champagner und sie eben kauft, worauf erwiesenermassen auch Kinder aus besseren Schichten reinfallen? Prostitution für ein neues Handy oder einen Markenpulli ist Realität - nicht nur in untersten sozialen Schichten.

  • Ist doch ein altes Gewerbe, die Frau wurde doch bezahlt und
    hat sich nicht beklag. Ich bin jetzt auch empört.

  • Wenigstens hat er sein Volk nicht verkauft.Seinen Italienern ging es recht gut,sie haben Vermögen angespart,gute Löhne kassiert,währed Deutschland verarmt ist.

  • @ Rechner

    Ohja, jetzt outen Sie sich endlich auch mal als Frauenhasser!
    Berlusconi hat es immer verdient, egal wer ihn verknackt!
    Jemand der glaubt die ganze Welt kaufen zu können und zum Größenwahn tendiert ist und bleibt ein Arschloch!

  • O-Ton Bunga-Bunga
    ------------------------
    Junge Frauen hätten als Nonnen oder als US-Präsident Barack Obama verkleidet für Berlusconi getanzt.
    ------------------------

    Yes, We can.

    Ich lach' mir einen Ast.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • @ProKapitalismus:

    schön, dass Sie über keine Straßen fahren, keine Schule besucht haben und auch nicht darauf angewiesen sind, dass ihre Arbeitskräfte ausgebildet wurden und deren Kinder irgendwo aufgehoben werden.
    Und praktisch, dass Sie selbst geprüft haben, dass Ihr Haus so gebaut wurde, dass es ihnen nicht über dem Kopf zusammenfällt.

    Ach, und wie praktisch, dass Sie nicht immer wieder von hungernden Arbeitslosen überfallen werden, die keine anderen Ausweg für ihre Ernährung kennen.

    Wenn Sie mal nachdenken, dann merken Sie, dass Ihr Reichtum nur existiert, weil der Staat ihn beschützt...
    Und Sie haben nur etwas zu genießen, weil viele Leute dafür unterbezahlt schuften. Ohne Staat sind Sie nichts!

  • Die Justiz im Westen ist so frei und unabhängig wie im Iran oder in China. Auch wenn man ihm nichts nachweisen kann und es sowieso fragwürdig wäre ihn 7 Jahre in den Knast zu schicken nur weil er mit einer sehr gut bezahlten, freiwilligen Prostituierten verkehrte die (ach gottchen) ein Jahr jünger war als erlaubt (wer legt das überhaupt fest was erlaubt ist? Mit 16 darf man schließlich auch schon heiraten und hat dann wohl auch hin und wieder mal GV und heutzutage sind die meisten doch schon mit 15 nicht mehr Jungfräulich) - der Mann wird verurteilt weil man ihn verurteilen will. Genauso ist doch auch schon Sonnenklar das man Beate Zschäpe verurteilen wird unabhängig davon ob man ihr nachweisen kann jemals auch nur bei einem Mord anwesend gewesen zu sein oder davon gewusst zu haben - es gibt einfach Urteile die sollen so sein und dann sind Sie so. Unabhängige Justiz ist ein Märchen. Den Staat auf ein Minimum reduzieren, Gesetze einstampfen wo man nur kann, das ist die Lösung. Der Überstaat und überbordender Kontrollwahn ist ein veraltetes Modell. Der Liberalismus wird sich am Ende durchsetzen, denn der Staat kann einfach nicht alles kontrollieren und bestimmen, die Grenzen werden diesen Bürokratenärschen schon aufgezeigt werden. Ein Hoch auf alle Revoluzzer die sich dem widersetzen, ob Manning, Snowden, Assange - ich freu mich für jeden der es schafft den Staat zu narren, ihm Steuern zu entziehen, Zollgesetze zu missachten und soviele Gesetze zu brechen wie nur irgendmöglich (sofern es keine Gesetze sind die wirklich ihre Berechtigung haben weil es Schwerverbrechen wie Mord, Raub, Vergewaltigung etc.). Freiheit statt Bevormundung! Bin ich froh das ich vor Jahren in die Sonne ausgewandert bin und von diesem Dreck in Europa nur aus der Zeitung erfahren muss. Hier gäbe es sowas nicht, wer zahlt ist König und damit basta, es lebe die Korruption! Ein Milliardär in den Knast, sowas gibt es auch nur im komplett verblödeten Westen. Richter müssen endätzender Menschen sein.

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