Italien
Berlusconi will ausgesetzte Haustiere retten

Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi ist politisch ins Abseits geraten und will sich nun für ausgesetzte Hunde und Katzen einsetzen. Mit Massenadoptionen könnten jährlich hunderte Millionen Euro gespart werden.
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RomDer im politischen Abseits gelandete italienische Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi will die Herzen von Tierfreunden erobern. „Wir müssen eine Mama oder einen Papa für tausende ausgesetzte Hunde und Katzen finden“, sagte der Milliardär laut italienischen Medienberichten vom Sonntag in einem Telefonanruf bei einem seiner Fanclubs in Rom. Durch diese Maßnahme würden „mehr als zehn Millionen Italiener, die einen Hund oder eine Katze haben, uns mit Zuneigung begegnen“.

In dem Anruf vom Samstag schätzte Berlusconi, dass durch Massenadoptionen für Tiere jedes Jahr 260 Millionen Euro gespart werden könnten, die sonst für Zwinger ausgegeben werden müssten. Die italienische Tier- und Umweltschutzorganisation AIDAA sagte der Zeitung „La Stampa“, Berlusconi unterschätze die Zahl der streunenden Tiere im Land. Diese betrage 750.000. Die Organisation erneuerte ihr Angebot an den Ex-Regierungschef, bei ihr gemeinnützige Arbeit abzuleisten.

Der Vorsitzende der rechtsgerichteten Partei Forza Italia war im vergangenen Jahr in einem Verfahren um Steuerbetrug bei seinem Medienkonzern Mediaset zu einem Ämterverbot und einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Die Haftstrafe muss der 77-Jährige wegen seines hohen Alters nicht antreten. Im April soll ein Gericht darüber entscheiden, ob er unter Hausarrest gestellt wird oder gemeinnützige Arbeit leisten muss.

Tierlieb zeigt sich Berlusconi auch mit einem Internetauftritt des Hundes, den seine 28-jährige Freundin Francesca Pascale in den Haushalt mitbrachte. Der weiße Malteser-Terrier Dudu hat eine eigene Facebook-Seite, auf der er für die Forza Italia wirbt.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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