Der Wirtschaftsexperte der italienischen Opposition Pier Luigi Bersani, lehnt die Robin-Hood-Steuer als populistischen Bluff von Tremonti ab. "Bevor er die Steuer bei den Ölfirmen durchsetzt, haben die sie sich schon mit Preiserhöhungen zurückgeholt", argumentiert Bersani und weist darauf hin, dass in den vergangenen zwei Wochen die Benzinpreise in Italien stärker gestiegen sind als im Rest Europas.
Paolo Scaroni, der Vorstandsvorsitzende des weltweit sechstgrößten Ölkonzerns Eni
, kritisiert das Vorhaben im eigenen Interesse. Die Regierung solle lieber die Ölförderländer besteuern, argumentiert er. "Wenn man an der Tankstelle 1,50 Euro pro Liter zahlt, geht ein Euro in Steuern und vom Rest geht 90 Prozent in die Taschen der Ölförderländer", rechnet Scaroni vor. Deshalb treffe die geplante Steuer nur "einen kleinen Teil der Öleinnahmen".
Tatsächlich hat in diesen Tagen auch der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama eine Art Robin-Hood-Steuer angekündigt. Obama forderte, die so genannten "Windfall Profits" - also jene Gewinne, die nur aus den höheren Weltmarktpreisen und nicht aus der Leistung der Unternehmen resultieren - stärker zu besteuern und an die Ärmeren weiterzugeben.


