Italien
Hooligangesetz: Wer wütet, kommt hinter Gitter

Zwei Monate nach dem Tod eines Polizisten bei schweren Hooligan-Krawallen hat das italienische Parlament ein Gesetz zur Bekämpfung der Gewalt rund um den Fußball verabschiedet. Wer im Stadion Raketen zündet oder Flaschen wirft, kann künftig ins Gefängnis wandern.

HB ROM. Die meisten Maßnahmen des Paktes sind bereits in Kraft. Sie wurden durch den Senatsbeschluss nun dauerhaft in geltendes Recht umgewandelt. Neu ist aber, dass die Vereine Gratistickets an Kinder unter 14 Jahren ausgeben müssen, um wieder vermehrt Familien in die Stadien zu locken.

Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass Eintrittskarten nicht mehr blockweise an Fangruppen der Auswärtsmannschaften verkauft werden dürfen. Zudem können Klubs, die Kontakte zu radikalen Fans haben, zu Geldstrafen von bis zu 100 000 Euro verdonnert werden. Zuschauer, die etwa durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern oder durch Flaschenwürfe einen Spielabbruch provozieren, droht nun eine Haftstrafe - und Fahnen und Transparente, die zu Gewalt anstiften, sind künftig verboten.

Innenminister Giuliano Amato zufolge soll das Gesetz auch an den Polizisten Filippo Raciti erinnern, der am 2. Februar von Hooligans nach dem sizilianischen Erstliga-Derby zwischen Catania und dem Gast aus Palermo getötet worden war. „Es ist wichtig, dass der Erlass gegen Gewalt am Rande des Fußballs heute zum Gesetz wurde, ansonsten hätten die fundamentalen Sicherheitsregeln für unseren Sport und unsere Polizisten auf dem Spiel gestanden.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%