Italien
Merkel gratuliert Prodi zum Wahlsieg

Ungeachtet des anhaltenden Streits um das Ergebnis der Parlamentswahlen in Italien hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Oppositionskandidat Romano Prodi zum Sieg gratuliert.

HB ROM/BERLIN. Unterdessen hieß es in Rom, die vom Innenministerium in Rom angeordnete Überprüfung von 82 000 Stimmzetteln könne schon bis Ostern abgeschlossen werden.

Die Kanzlerin, die zur Zeit auf Ischia Urlaub macht, habe mit Prodi telefoniert und erklärt, dass sie sich auf die Zusammenarbeit freue, teilte das Bundespresseamt am Donnerstag in Berlin mit. „Sie erwartet nach der Regierungsbildung in Italien neue Impulse für das bilaterale Verhältnis und für die Lösung der wichtigen Zukunftsaufgaben der Europäischen Union.“

Bei den 82 000 Stimmzetteln ist strittig, ob sie ungültig sind oder einem der beiden politischen Lager zugesprochen werden müssen. Prodis Mitte-Links-Allianz wies am Donnerstag entschieden den Vorwurf des Wahlbetrugs durch Ministerpräsident Silvio Berlusconi zurück. „Wir haben gewonnen und Berlusconi muss nach Hause gehen“, sagte Prodi.

Unklarheit bestand dagegen über die Forderung Berlusconis, rund 1,1 Millionen Stimmzettel zu prüfen. Berlusconi verlangte auch eine Durchsicht der Protokolle aus den 60 000 Wahllokalen im Land. Nach Angaben italienischer Medien distanzieren sich bereits erste Koalitionspartner von Berlusconis Forderung. Die Christdemokraten im Mitte-Rechts-Bündnis seien dagegen, die Anerkennung der Niederlage noch längere Zeit hinauszuschieben.

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