Italien

Monti warnt vor Pleite Siziliens

Italien macht sich erhebliche Sorgen um eine Pleite Siziliens. Die Regierung stehe vor dem finanziellen Kollaps. Für die Finanzkrise der Insel macht die Regierung auch die lokalen Behörden verantwortlich.
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Italiens Premier Mario Monti. Quelle: AFP

Italiens Premier Mario Monti.

(Foto: AFP)

RomSizilien steht nach Einschätzung der italienischen Regierung kurz vor dem finanziellen Kollaps. Es gebe erhebliche Sorgen vor einer Pleite der Region, sagte Ministerpräsident Mario Monti am Dienstag in Rom. Für die Finanzkrise der Insel seien auch die lokalen Behörden verantwortlich. Monti erklärte, er erwarte von Gouverneur Raffaele Lombardo eine Bestätigung, dass dieser bis zum Monatsende zurücktrete. Für die angeschlagenen italienischen Finanzen dürfte die Misere der Insel aber keine weitere Bedrohung darstellen.

Die Ratingagentur Fitch erklärte, es gebe kein unmittelbares Risiko, dass die Inselregierung ihren Verpflichtungen nicht nachkommen könnte. Die Bonitätswächter bewerten Sizilien mit BBB+ und damit eine Stufe schlechter als die Regierung in Rom.

Die ungewöhnliche Intervention Montis unterstreicht jedoch die Schwere der finanziellen Probleme Siziliens, wo rund 5,5 Prozent des italienischen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet werden. Die autonome Region gilt als Armenhaus des Euro-Landes und hat nach Einschätzung von Kritikern einen aufgeblähten Verwaltungsapparat. Trotz einer Verschuldung von rund 5,3 Milliarden Euro wurde die Zahl der Angestellten im öffentliche Dienst 2011 noch einmal um mehr als 30 Prozent erhöht. Die Arbeitslosenquote Siziliens ist mit 19,5 Prozent doppelt so hoch wie der italienische Durchschnitt.

  • rtr
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22 Kommentare zu "Italien: Monti warnt vor Pleite Siziliens"

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  • @ IMORTBREMSE_in_Verfassung,
    Besser noch wäre ein Pakt für ausgeglichene Bilanzen, es darf nicht mehr importiert werden als exportiert wird.
    Gerade das versucht jetzt Argentinien durchzusetzen, leider ist eine Klage gegen Argentinien bei WTO schon anhängig.
    Klar dass es den Befürworter des Prinzips der Bananenrepubliken das nicht ins Konzept passt.

  • @ WenigerArbeiten_WenigerExportier
    Mensch, nicht immer auf doof machen, nur soviel exportieren wie importieren, Prinzip der Gegenleistung.
    Wenn Deutschland Jahrzehntelang auf Pump exportiert, woher soll dann das Geld kommen wenn nicht aus Deutschland selbst?
    So doof kann doch keiner sein!
    Arbeiten kannst Du soviel Du willst, aber nicht auf Pump exportieren, nur gegen Importe exportieren.
    Gönne Dir doch was wnn Du so flißig bist!

  • @ Reich-und-Arm,
    es geht hier nicht um das Zahlen, es geht darum dass keine Schulden gemacht werden sollen.
    Dafür sind ausgeglichene Leistungsbilanzen unabdingbar.
    Die Ursache muss beseitigt werden und nicht die Wirkung.

  • @mondahu

    Sie zeigen durch ihre Aussagen einen gewissen latenten Chauvinismus. "Germaneneinflüsse", was soll das denn gewesen sein. Betrachten wir das mal vom Know-How. Die Römer waren im Vergleich vom Know-How und in allen anderen Bereichen den "Germanen" so haushoch überlegen, das man es mit einem Ferrari (620 Ps) - Vw (65 Ps) vergleichen könnte. Das Kaiserreich hatte keinen Einfluss auf Italien, es handelte sich um ein loses Gebilde, das wirtschaftlich und kulturell Italien massiv unterlegen war. Deutschland war damls - bis in die späte Neuzeit noch Entwicklungsland, von daher setzen sechs und nochmal nacharbeiten.

  • Hoffentlich kommt die Pleite noch vor dem 12. September!

  • @Macchiavelli:

    wie haben die Südstaaten vor dem Euro überlebt? Spanien und Italien hatten über 12% Zinsen, das ist doppelt so viel wie heute. Griechenland über 20%.
    !995 war die Arbeitslosigkeit in Spanien so hoch wie heute, die Zinsen nur halb so hoch. da haben diese Staaten noch beteuert, die Konvergenzkriterien zu schaffen, heute fordern sie Geld der Steuerzahler aus dem Norden.
    Soll Italien nicht zuerst seine Schattenwirtschaft (ein Drittel des BIP) und seine großen Privatvermögen (173% des BIP) als Quelle heranziehen?
    Warum fordern die Politiker nicht, dass die Reichen dieser Staaten zuerst zahlen sollen?.
    Der Euro bewirkt, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr auseinanderjäuft.

  • Machiavelli: "Wirkung und Ursache können leicht verwechselt werden.
    Es ist offensichtlich dass bei einer Verzinsung von 6% bis 7% oder mehr, Länder die jetzt schon eine schwache Wirtschaft haben, gerade wegen der enormen Zinsbelastung, kaum eine Chance haben aus der Schuldenfalle raus zukommen.
    Das ist eine Feststellung und jeder halbwegs in Mathematik gewanderter Mensch wird es zugeben."

    Sie verwechseln selbst Ursache und Wirkung. Die Länder des Euro-Mezzogiorno sind deshalb in die Schuldenfalle geraten, weil sie Probleme mit der Budget-Mathematik hatten und nicht umgekehrt. Vor Euro haben sie manchmal bis zu 10 bis 12% Verzinsung verkraften müssen. Das war zu Zeiten, als D selbst Europas "kranker Mann mit der rote Laterne" war.

    Also, was wollen Sie uns eigentlich sagen? Sollen wir Deutsche weniger arbeiten und weniger exportieren?

  • Der Gute hätte gern auch noch was von dem Kuchen, bevor die Spanier alles weggefressen haben. Und wenn er selber unter den Schirm schlüpft, muss er schonmal nichts mehr bezahlen. Das machen dann die dummen Deutschen, Niederländer und Österreicher unter sich. Okay, und die Finnen. Da die aber für ihr Geld Sicherheiten wollen, sieht es da besser aus.

  • Signore Macchiavelli,
    damals gab es noch keine Ökonomie. Das merkt man an Ihrem Gastbeitrag hier:

    "Bedingt durch den permanenten deutschen Leistungsbilanzüberschuss, ist der Euro für die meisten andere Länder überbewertet und erschwert diesen Ländern Exporte und bremst Importe nicht ab."

    Sollen wir weniger nach China exportieren, um damit sizilianische Importe abzubremsen? Da wären die Siciliani nicht begeistert von.

    Besser wäre eine Importbremse in die italienische Verfassung aufnehmen. Da freut sich unser Schäuble.

  • <Ja, kein Problem! In Deutschland gibt es noch was zu holen. Die Sparguthaben gehören abgehoben und damit kann man Sizilien retten. Auch den deutschen Rentenfond kann man ganz gschmackig in Spanien für die Bankenkriminalität einsetzen. Holt euch was ihr braucht. Bitte, bitte!

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