Italien spekuliert über Lira-Wiedereinführung
Finanzminister empört über Euro-Zweifel

Die EU-Finanzminister haben davor gewarnt, die Verfassungskrise mit einem Angriff auf die Währungsunion zu verbinden. Forderungen nach einem Austritt aus der Euro-Zone bezeichneten sie als Dummheiten. Italien diskutiert trotzdem weiter über die Wiedereinführung der Lira.

HB LUXEMBURG. Nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus der Euro-Zone sagte der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Luxemburgs Regierungschef und Finanzminister Jean-Claude Juncker: „Es ist keine Rede davon, dass ein Land den Euro verlässt.“ Juncker hob zudem die Erfolge der in der Währungsunion koordinierten Strukturreformen für die Wirtschaftslage in Europa hervor. Dies gelte besonders auch für Deutschland. Rufe nach einem Austritt aus der Euro-Zone seien "Dummheiten".

Auch Bundesfinanzminister Hans Eichel sagte, es gebe keinen Grund, über die Zukunft des Euro zu reden. „Was ich da in den letzten Tagen in den Zeitungen gelesen habe, war ein solcher Unsinn, da fällt einem was anderes als dieses eine Wort nicht ein.“ Vor allem in Italien war nach dem Scheitern der EU-Verfassungsreferenden in den Niederlanden und Frankreich über die Währungsunion diskutiert worden.

Der italienische Arbeitsminister Roberto Maroni der norditalienischen Lega Nord hatte sich für die Wiedereinführung der italienischen Lira ausgesprochen. Der niederländische Finanzminister Gerrit Zalm sagte dazu: „Ich denke es ist gut, dass Herr Maroni Wohlfahrtsminister und nicht Finanzminister ist.“ Die Äußerungen seien unverantwortlich. Der österreichische Ressortchef Karl-Heinz Grasser nannte die Währungsunion einen der größten Erfolge der europäischen Integration.

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