Italien vor der Wahl: Benedikt schadet Berlusconi

Italien vor der Wahl
Benedikt schadet Berlusconi

Der Ausgang der Wahl in Italien ist ungewiss: Mitte-Links galt als klarer Favorit – doch Berlusconi hat aufgeholt. Jetzt macht ihm ausgerechnet der Papst mit seiner Rücktrittsabkündigung einen Strich durch die Rechnung.
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MailandWas hat der Papst mit Berlusconi zu tun ? Ganz einfach: Beide leisten sich einen Kampf um die ersten Seiten der Tageszeitungen und um die Fernsehminuten zur Prime Time. Dem Papst dürfte egal sein, ob sein Rücktritt in diesen Tagen die Talkshows dominiert oder nicht. Silvio Berlusconi ist es nicht.

„Berlusconi hat durch seine großzügigen Ankündigungen zu Steuersenkungen seit Jahresanfang fünf Prozent aufholen können. Aber er braucht dafür die Aufmerksamkeit der Medien“, erklärt der Meinungsforscher Renato Mannheimer, Gründer und Präsident des ISPO-Instituts. „Mit dem Papstrücktritt dagegen widmen sich die Talkshows und Tageszeitungen viel mehr dem Vatikan“, beobachtet er. „Jeder Tag, der verstreicht, ohne dass Berlusconi die Schlagzeilen beherrscht, kostet ihn Stimmen“, ist Mannheimer überzeugt.

Viele Tage sind nicht mehr übrig. Italien wählt am 24. und 25. Februar und das Ergebnis scheint unsicherer denn je. Während lange eine Koalition aus dem Mitte-Links-Bündnis um die Demokratische Partei (PD) von Pier Luigi Bersani als klarer Favorit galt, ist das heute nicht mehr so sicher. Seit Anfang der Woche sind keine Umfragen mehr erlaubt bis zu den Wahlen. In den letzten Umfragen von Demopolis liegt Berlusconis Koalition bei 28,4 Prozent. Das Mitte-Links-Bündnis kommt auf 33,6 Prozent, Mario Monti mit seiner Koalition auf 14,4 Prozent und der Protest-Blogger Beppe Grillo mit seiner Bewegung „Cinque Stelle“ auf 17,5 Prozent.

Was den Wahlausgang unsicher macht? Fast jeder dritte Italiener ist noch unentschieden. Es kann gut sein, dass Bersani nur in der Abgeordnetenkammer eine klare Mehrheit haben wird und im Senat um die Stimmen kämpfen muss.

Das liegt vor allem am italienischen Wahlrecht. Im Abgeordnetenhaus gibt es einen Mehrheitsbonus für die Partei mit den meisten Stimmen: Sie bekommt automatisch 55 Prozent der Sitze. Da Bersani noch immer mehrere Prozentpunkte vor Berlusconi liegt, dürfte ihm dieser Mehrheitsbonus sicher sein.

Im Senat dagegen gibt es diesen Bonus nicht auf nationaler, sondern auf regionaler Ebene. Entscheidend werden daher die beiden bevölkerungsreichen Regionen Lombardei und Sizilien sein. Wenn Berlusconi in diesen zwei Regionen gewinnt, hätte das Mitte-Links-Spektrum nur eine knappe Mehrheit und das auch nur, wenn es sich mit Mario Monti verbündet.

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  • Vom Staubsaugervertreter zum Milliardär, Staatschef und jede Menge schöne Frauen und Skandale. Was für ein wundervolles und vitales Leben, beneidenswert. Und die Deutschen himmeln Merkel an, wie erbärmlich.

  • Was ist wichtiger? Der Rücktritt des Papstes oder der von Berlusconi?

    Aber mal im Ernst, warum will Berlusconi eigentlich wieder an die Regierungsmacht? Geht es ihm zu sehr ans Eingemachte und er will ein neues Absolutionsgesetz verabschieden, um sich und seine Nostra zu schützen?

  • Nein, ich glaube nicht, dass man Berlusconi hasst. Ich glaube eher, dass man sich über ihn in seiner Eigenschaft als Pausenclown amüsiert. Und sollte dieser "Clown" tatsächlich den Euro in Bedrängnis bringen, hätte er seine Schuldigkeit auch im Sinne vieler anderer Europäer getan. Dafür sollten wir uns dann - wenn es so weit ist - bei ihm bedanken!

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