Rom will seinen „armen Reichen“ an den Kragen

« 2 / 2

Yachtbesitzer nahe der Amutsgrenze

Jetzt verstärken die Inspektoren ihre Kontrollen aber öffentlichkeitswirksam. Zudem sollen die Finanzen der Bürger künftig mit einem softwaregestützten Verfahren - einem „redditometro“ - genauer erfasst werden. So wollen die Finanzfahnder all jene aufspüren, die ganz gut leben, dem Fiskus aber bislang ein minimales Einkommen vorgegaukelt haben. Noch wird an einer Software für präzise Finanzkontrollen gearbeitet. Sie soll etwa Kontobewegungen nachprüfen können. Doch damit allein wird es nicht gehen, meint Befera: Mehr „Gemeinsinn“ - und nicht nur der Reichen - sei ebenfalls notwendig.

Dossier Neustart in Italien

Nach Berlusconis Abgang werden in Italien die Weichen neu gestellt. Aber der neue Premier Monti übernimmt riesige Probleme. Handelsblatt-Reporter auf der Suche nach Italiens Schwächen - und Stärken.

Dossier: Neustart in Italien

Es geht also nicht nur um jene, die ein Zwölfzylinder-Auto fahren oder in Portofino eine Zehn-Meter-Yacht liegen haben und gleichzeitig angeblich nahe der Armutsgrenze leben. Das Land scheint außerdem auch weiter fest im Griff der Mafia zu sein. Die wurde einer Studie zufolge mitten in der Wirtschaftskrise mit einer Liquidität von 65 Milliarden Euro zur größten „Bank“ des Landes. Die Mafia kann die kriminell erwirtschafteten Milliarden wieder investieren, der Staat kümmert sie nicht. Dabei ist die organisierte Kriminalität enorm flüssig, nimmt von tausenden Betrieben halsabschneiderische Zinsen für dringend benötigte Kredite - und treibt viele letztlich in den Ruin. Die kleinen und mittleren Firmen sind ihre ersten Opfer.

Basisdaten Italien

Quelle: Information Research

Trotz aller Erfolge gegen die „Krake Mafia“ dürfte der Kampf gegen den Steuerbetrug wohl mehr zur erhofften schnellen Sanierung der Staatsfinanzen beitragen. Denn wenn die Instrumente der Fahnder besser werden, lassen sich viele der grotesk anmutenden Hinterziehungsfälle künftig rascher bearbeiten. Wie die von Hunderten Steuerzahlern, die angaben, sie verdienten etwa 20.000 Euro jährlich, sich aber zugleich ein Flugzeug oder einen privaten Helikopter leisten können. Zehntausende besitzen eine Super-Yacht und versteuern das Gehalt eines Arbeiters, wie „La Stampa“ aus der Zentralen Steuerkartei erfahren hat. Und auf Italiens Straßen fahren demnach mehr als 200.000 Superschlitten, deren Besitzer gerade mal ein Einkommen zwischen 20.000 und 50.000 Euro gemeldet haben. Der Staat ist ihnen auf der Spur. Monti wird aber Durchsetzungskraft brauchen.

  • 01.02.2012, 07:29 UhrAnonymer Benutzer: Tom1966

    jaja, das Dritte Reich wird doch -nach den Griechen jüngst offenbar auch von Italienern- immer wieder gern aus der Mottenkiste geholt, wenn die Argumente (und möglicherweise auch die Intelligenz?) fehlen...

  • 28.01.2012, 23:14 UhrAnonymer Benutzer: Rommel

    Wir sollten wieder ein Deutscher statthalter in Rom haben, ohne uns läuft überhaupt nichts in Europa.
    Züchtigung, Recht und Ordnung.
    Steht sogar in der BZ doch.......

  • 28.01.2012, 15:38 UhrAnonymer Benutzer: minburi

    Es wird hier übersehen, daß immer nur Einkommen zu versteuern ist. Vermögende die ihr Vermögen langsam verbrauchen brauchen keine Steuern zu bezahlen. Da die Anzahl an kinderlosen Menschen steigen, steigt auch die Zahl die sich zum Verbrauchen entschliessen.

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Kontrolle weiter abgelehnt: Iran plant Bau eines neuen Atomkraftwerks

Iran plant Bau eines neuen Atomkraftwerks

Der Iran bleibt beim Atomprogramm stur: Kontrolleuren wird nach wie vor der Zugang zu den Anlagen verweigert - gleichzeitig kündigte die Regierung nun den Bau eines neuen Kernkraftwerks an. Streit ist vorprogrammiert.

Umfragewerte: Union sinkt in der Wählergunst auf 32 Prozent

Union sinkt in der Wählergunst auf 32 Prozent

Ganze drei Prozent verliert die Union in einer aktuellen Umfrage. Mit nur 32 Prozent Zustimmung muss Merkels Partei sogar aufpassen, nicht von der SPD eingeholt zu werden. Doch aus der Partei kommen optimistische Töne.

Wird Strom teurer?: Koalition sorgt sich um Kosten der Energiewende

Koalition sorgt sich um Kosten der Energiewende

Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier will mehr Tempo bei der Energiewende. Es ist eine Herkulesaufgabe. Nun drohen auch noch die Kosten auszuufern. Ein Zurück zur Atomkraft soll es aber nicht geben.

Global Reporting Krieg gegen Krankenhäuser

An einem Sonntagmorgen im Sommer 2011 wollte der 21-jährige Syrer Khaled al-Hamedh Medikamente für seinen kleinen Bruder besorgen. Khaled machte sich auf den Weg zu einem Krankenhaus in seiner Heimatstadt Hama. Die Apotheken in Hama waren... Von Jan Dirk Herbermann. Mehr…

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International