Italienisch-schwedischer Diplomat
Staffan de Mistura wird neuer Syrien-Vermittler der Uno

Der italienisch-schwedische Diplomat Staffan de Mistura wird neuer Uno-Sondervermittler für Syrien. Ein schwieriger Job: Er ist bereits der dritte Mann auf dem Posten seit Ausbruch der Krise.
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New YorkEr spricht sieben Sprachen und war für die Uno schon in zahlreichen Krisengebieten. Der italienisch-schwedische Diplomat Staffan de Mistura wird neuer Uno-Sondervermittler zur Lösung der gut dreijährigen Krise in Syrien. Der 67-Jährige ersetzt den im Mai zurückgetretenen bisherigen Gesandten Lakhdar Brahimi, wie Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon am Donnerstag (Ortszeit) in New York mitteilte.

Die neue Mission de Misturas scheint schwieriger denn je: Die syrische Armee verzeichnet zuletzt Bodengewinne, die Spaltung im Lager der Opposition vertieft sich zusehends und Gebiete nahe der Grenze zum Irak sind jüngst in die Hände der Terrororganisation Islamischer Staat gefallen.

Ban zeigte sich dennoch optimistisch. Die Aufgabe erfordere „äußerst geschickte diplomatische Bemühungen“ und de Mistura werde „all seine Expertise und Erfahrung in die äußerst schwierigen Verhandlungen um Frieden in Syrien“ einbringen.

Der 1947 geborene de Mistura war seit den frühen 70er Jahren für verschiedene Uno-Organisationen in Konfliktgebieten im Einsatz. Er gilt als äußerst erfahrener Diplomat und als eine Art Allzweckwaffe von Uno-Chef Ban. Zuletzt hatte de Mistura unter anderem für die italienische Regierung gearbeitet und war Leiter des European Institute of Peace (EIP) in Brüssel. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, begrüßte seine Ernennung. Er bringe einen „Reichtum an diplomatischer Erfahrung und Wissen über die Region“ mit.

De Mistura ist bereits der dritte Mann auf dem Posten des Syrien-Sondervermittlers seit Ausbruch der Krise vor mehr als drei Jahren: Vor ihm waren schon der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan und der algerische Diplomat Brahimi an der Aufgabe gescheitert, eine Einigung zwischen dem Regime von Präsident Baschar al-Assad und seinen Gegnern zu erreichen. Anders als seine Vorgänger ist de Mistura nur Sonderbotschafter der Vereinten Nationen nicht auch noch der Arabischen Liga. Seine Ernennung sei aber mit allen Zuständigen abgestimmt, sagte Ban, der zudem auch noch den von der Arabischen Liga empfohlenen ägyptischen Diplomaten Ramzy Ezzeldin Ramzy als Stellvertreter de Misturas ernannte.

Im syrischen Bürgerkrieg sind seit Beginn des Konflikts vor mehr als drei Jahren nach einer inoffiziellen Zählung mindestens 171 000 Menschen getötet worden, darunter mehr als 9000 Kinder. Etwa 85 000 Tote seien Zivilisten gewesen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erst am Donnerstag mit. Unter ihnen seien auch fast 5900 Frauen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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