Italiens Innenminister warnt
IS-Kämpfer könnten nach Europa flüchten

Die Terrormiliz Islamischer Staat erleidet in Syrien einen militärischen Rückschlag nach dem anderen. Der italienische Innenminister befürchtet, dass IS-Kämpfer auf ihrer Flucht vor allem ein Ziel haben könnten: Europa.
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IschiaDie großen Gebietsverluste der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) können nach Ansicht des italienischen Innenministers Marco Minniti dazu führen, dass Kämpfer über Flüchtlingsrouten nach Europa zurückkehren. „Es gibt einen großen Unterschied zu vorher. Jetzt fliehen (die Kämpfer), sie haben sich entzweit, und es gibt eine individuelle Flucht“, sagte Minniti der Tageszeitung „La Stampa“ am Donnerstag. Minniti äußerte sich vor Beginn eines G7-Innenministertreffens auf Ischia, zu dem auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erwartet wird.

Die Terrormiliz habe mit dem Fall der inoffiziellen Hauptstadt Al-Rakka einen „dramatischen militärischen Rückschlag erlebt“, sagte Minniti. Das mindere aber nicht ihr Potenzial, die Demokratien zu terrorisieren.

Die kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) verkündeten am Dienstag die Eroberung von Al-Rakka. Es war die ehemals inoffizielle Hauptstadt der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Nach vielen Niederlagen des IS sind von seinem „Kalifat“ hauptsächlich Teile des syrisch-irakischen Grenzgebiets am Euphrat sowie Wüstenregionen übrig geblieben.

Bei dem Treffen der Ressortchefs der sieben großen Industrienationen geht es nicht nur um die Bedrohung durch zurückkehrende IS-Mitglieder nach Europa, sondern auch um eine Verständigung mit Internetkonzernen auf vorbeugende Maßnahmen gegen Terrorismus. Die Terrormiliz Islamischer Staat nutzt das Internet für Propaganda. Sie wirbt mit Hilfe des Internets außerdem Kämpfer an oder rekrutiert Sympathisanten für Anschläge.

Das Ministertreffen sollte am Donnerstag (17.15 Uhr) auf der Insel vor Neapel beginnen. Die Arbeitssitzungen sind aber erst für Freitag (8.30 Uhr) angesetzt. Neben den G7-Staaten Italien, Deutschland, USA, Großbritannien, Frankreich, Japan und Kanada nehmen an dem Treffen auch die EU-Kommissare für Migration und Sicherheit, Dimitris Avramopoulos und Julian King, sowie Interpol-Chef Jürgen Stock teil.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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