Italiens Sparprogramm
Monti kippt Staatsausgaben aus dem Mittelalter

Italiens Ministerpräsident hat wie versprochen ein milliardenschweres Sparpaket aufgelegt. Die geplante Mehrwertsteuererhöhung hat Mario Monti zwar aufgeschoben, viele absurde Ausgabenposten verschwinden jedoch sofort.
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MailandÖffentlicher Dienst, Krankenhäuser, Gerichte, politische Parteien – das neue Sparpaket der italienischen Regierung macht vor keinem Halt. Insgesamt sollen die Kürzungen innerhalb von drei Jahren 26 Milliarden Euro einsparen: 4,5 Milliarden Euro noch in diesem Jahr, 10,5 Milliarden Euro im kommenden Jahr und elf Milliarden Euro 2014.

Der Technokrat Mario Monti hatte Anfang Mai eigens den Parmalat-Sanierer Enrico Bondi gerufen, damit er alle Staatsausgaben auf den Prüfstand stellt. Das Sparpaket ist nun das Ergebnis. Monti reagiert damit sowohl auf den Druck der Märkte, als auch auf die Kritik, dass er bisher nur die Steuern erhöht und nicht an den Ausgaben gekürzt habe. Eine Kritik, die fast alle Ökonomen teilen.

Das Sparpaket kommt eine Woche nach der Arbeitsmarktreform, die Montis Regierung am vergangenen Mittwoch einen Tag vor dem Gipfel in Brüssel abgesegnet hat.

Mit dem Sparkpaket verschiebt Monti auch die ursprünglich für den Oktober geplante Mehrwertsteuererhöhung. Sie greift nun erst ab dem kommenden Juli.

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Monti kippt Staatsausgaben aus dem Mittelalter

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Bei Dienstwagen wird ebenso gekürzt wie bei den Parteien

Kommentare zu " Italiens Sparprogramm: Monti kippt Staatsausgaben aus dem Mittelalter"

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  • Hallo Rechner,
    ich wollte ja nur anmerken, dass es auch bei uns genügend Subventionen gibt, die man zur Disposition stellen sollte.
    Auf den Aspekt, dass wir im Gegensatz zu Monti unsere Subventionen selber finanzieren bin ich gar nicht eingegangen. Aber ist es deshalb verboten, auch an unsere eigenen, teilweise völlig unsinnigen und teuren Subventionen heranzugehen? Und es gibt ja weit mehr als die drei genannten.

  • hat sich eigentlich schon jemand darüber gedanken gemacht ,daß all die oft sinnvollen sparmaßnahmen ,vor allem im öffentlichen dienst ,entlassungen,kürzungen ,anpassungsverschiebungen auch wieder von den nationalen verfassungsgerichten kassiert werden ? portugal hat bei der rücknahme der weihnachts-und urlaubsgeldstreichungen den anfang gemacht-hoffentlich bleibt im gegensatz zu den oberen chargen der kleine mann verschont .richter sind schließlich auch beamte und versuchen nicht ihrem eigenen land zu schaden.
    mein glaube an das bvg hält sich deshalb in grenzen .jede regierung konnte ,von foramlien ,beteiligung bt immer machen ,was sie wollte

  • O-Ton 'PisaPisa'
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    Wer weiß was Steinkohlesubventionierung auf italienisch heißt?
    .........
    Bevor Ihr Euch über den Subventionsabbau von Monti lustig macht, sollter Ihr besser erst mal vor der Tür des Wunderlandes Deutschland kehren.
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    Das, mein lieber 'PisaPisa', werden wir sicher auch tun.

    Ihr Monti macht sich allerdings selber zur Zielscheibe des Spotts mit seinen peinlichen Schnorrversuchen (Euro-bonds, bitte).

    "Er fordere "von den Italienern schwere Opfer. Diese kann ich ihnen aber nur abverlangen, wenn sich dafür konkrete Vorteile abzeichnen", sagte Monti. Als Beispiel für ein Entgegenkommen der Europäischen Union (EU) nannte er eine Senkung des Zinssatzes. Monti warnte: "Ich kann aber mit meiner Politik keinen Erfolg haben, wenn sich die Politik der EU nicht ändert."

    http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/0,2828,808430,00.html

    Abscheinend glaubt Monti daß er den Italienern nicht zumuten kann nicht pleite zu gehen, wenn er dafür keine Süßigkeiten aus Europa bekommt.

    Da steht nicht nur der Turm schief, mein lieber 'PisaPisa'.

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