Italiens Staatschef in der Kritik
Hundertausende protestieren gegen Berlusconi

In Italien werden die Proteste gegen die Politik von Staatschef Silvio Berlusconi lauter. Am Sonntag demonstrierten in Rom mehrere Hunderttausend Menschen gegen Berlusconis Wirtschaft- und Finanzpolitik. In der Finanzkrise habe die Regierung versagt.

HB ROM. Mehrere hunderttausend Demonstranten haben am Samstag in Rom gegen die Politik von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi in der Wirtschafts- und Finanzkrise protestiert. Der größte italienische Gewerkschaftsbund CGIL hatte zu den Protesten aufgerufen. Während die Veranstalter von 2,7 Mio. Teilnehmern an der zentralen Kundgebung am Circus Maximus in Rom sprachen, bezifferten Polizei und Regierung die Zahl auf lediglich 200 000. Die Veranstalter hatten nach ihren Angaben fast 5000 Reisebusse und 40 Sonderzüge eingesetzt, um die Demonstranten nach Rom zu bringen.

In fünf Demonstrationszügen marschierten die Teilnehmer, unter ihnen Gewerkschafter, Rentner, Studenten und Schüler, Richtung Innenstadt. Viele trugen rote Fahnen, einige mit Hammer und Sichel, dem Symbol der Kommunisten. Auf Transparenten und in Sprechchören warfen sie der konservativen Regierung Berlusconi eine verfehlte Politik in der Krise vor, die Italien hart getroffen hat. Prognosen gehen von einem Rückgang der Konjunktur in diesem Jahr um mehr als vier Prozent aus.

CGIL-Chef Guglielmo Epifani forderte von der Regierung entschiedene Maßnahmen gegen die steigende Arbeitslosigkeit. Berlusconi wies die Forderungen der Demonstranten zurück. "Es ist unmöglich, mit Menschen zu argumentieren, die taub sind", sagte er am Rande des EU-USA-Gipfels in Prag.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%