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02.03.2006 
Bruttoinlandsprodukt stagniert 2005

Italiens Wirtschaft leidet unter geringer Wettbewerbsfähigkeit

Italiens Wirtschaft ist im vergangenen Jahr nicht gewachsen. Die am Mittwoch veröffentlichten Zahlen des Statistikinstitutes Istat weisen für 2005 eine Stagnation des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Damit liegen die offiziellen Zahlen leicht unter den Schätzungen von Volkswirten, die von einem geringen Wachstum von durchschnittlich 0,1 Prozent ausgegangen waren.

kk MAILAND. Im Jahr 2004 war das Bruttoinlandsprodukt noch um revidiert 1,1 Prozent gestiegen. Nach Angaben der Statistiker kosteten die Auslandsnachfrage und die Investitionen Wachstumspunkte. Außerdem sei der private Konsum nicht gestiegen. Die schwache Binnennachfrage und die sinkende Wettbewerbsfähigkeit der Industrie seien die zwei größten Probleme für die italienische Wirtschaft, erklärt Matteo Radaelli, Volkswirt der Rasbank.

Vor allem die Billig-Konkurrenz aus Asien macht dem Mittelmeerland zu schaffen. Italiens Unternehmen sind noch immer stark im Textilsektor tätig und häufig zu klein, um Arbeitsprozesse ins Ausland auszulagern. „Während es für die Binnennachfrage Anzeichen für eine Besserung gibt, sieht es für die Wettbewerbsfähigkeit weiterhin schlecht aus“, sagt Radaelli.

Für das laufenden Jahr rechnet die Rasbank mit einem BIP-Wachstum von 1,4 Prozent – deutlich weniger als die 1,9 Prozent, die sie für die gesamte Euro-Zone prognostiziert. Die EU-Kommission hat ihre Erwartungen für Italien im Jahr 2006 in der vergangenen Woche von 1,5 Prozent auf 1,3 Prozent nach unten korrigiert.

Bei der Neuverschuldung verstieß Italien im Jahr 2005 zum dritten Mal gegen die Kriterien des EU-Stabilitätspakts. Das Haushaltsdefizit hat sich laut Istat im vergangenen Jahr weiter vergrößert und lag bei 4,1 Prozent nach jeweils 3,4 Prozent in den beiden Vorjahren. Der Stabilitätspakt schreibt eine Obergrenze von drei Prozent vor. Allerdings hat die EU-Kommission Italien und anderen Ländern, die gegen den Stabilitätspakt verstoßen haben, im Zuge einer Ausnahmeregelung bis zum Jahr 2007 Zeit gegeben, um wieder unter das Defizitkriterium zu gelangen. Erst vergangene Woche hatte der EU-Währungskommissar Joaquin Almunia gewarnt, dass es „höchst unsicher“ sei, ob das Ziel 2007 erreicht werde.

Italiens Wirtschaftsminister Giulio Tremonti bezeichnete die jüngsten Daten zum Defizit dagegen als positiv. „Ich wäre schon mit 4,3 Prozent zufrieden gewesen“, sagte Tremonti am Mittwoch in Brüssel.

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