IW wertet Studien aus
Die Dänen sind Europas glücklichste Arbeitnehmer

Neun von zehn Deutschen sind mit ihrem Job vollauf zufrieden. Das ergab eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft. Doch es gibt einige Länder in Europa, in denen die Arbeitnehmer noch glücklicher sind.
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KölnNachholbedarf für Deutschlands Chefs: Anerkennung, Respekt und Motivation für die Mitarbeiter fällt vielen Führungskräften noch schwer. Nach einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) erfahren nur 69 Prozent der Beschäftigten zumindest manchmal Unterstützung durch ihren Chef. Im EU-Durchschnitt sind es 81 Prozent. „Auf die Führungskräfte kommt es an“, sagte IW-Direktor Michael Hüther. Die Arbeitszufriedenheit sei für viele Beschäftigte entscheidender als die Bezahlung. Ein guter Chef wirke Wunder.

Das Institut wertete Daten der EU-Organisation Eurofund mit 2000 Befragten in Deutschland aus. Hinzu kamen weitere inländische Daten aus den Jahren 2010 bis 2012. Demnach sind hierzulande 88 Prozent der Beschäftigten mit ihrer Arbeit zufrieden – ein über die Jahre weitgehend konstanter Wert. Deutschland liegt damit unter den 31 untersuchten Ländern an neunter Stelle. Spitzenreiter ist Dänemark, Schlusslicht Albanien. Das Ergebnis für Deutschland deckt sich in etwa mit Befunden der OECD. Hier das gesamte Ranking:

Studie

Jobzufriedenheit

Wie zufrieden die Erwerbstätigen mit ihrem Job sind

(mit der Maus über die Grafik fahren und anklicken)

Europa
Platz 1: Dänemark

Dort sind 94,9 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 2: Großbritannien

Dort sind 92,6 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 3: Niederlande

Dort sind 92,2 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 4: Norwegen

Dort sind 91,3 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 5: Österreich

Dort sind 90,8 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 6: Irland

Dort sind 90,7 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 7: Belgien

Dort sind 90,0 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 8: Finnland

Dort sind 88,8 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 9: Deutschland

Dort sind 88,3 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 10: Luxemburg

Dort sind 88,1 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 11: Schweden

Dort sind 87,0 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 12: Zypern

Dort sind 86,4 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 13: Malta

Dort sind 85,3 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 14: Portugal

Dort sind 84,8 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 15: Polen

Dort sind 84,5 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 16: Spanien

Dort sind 83,1 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 17: Slowakei

Dort sind 81,0 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 18: Tschechien

Dort sind 79,9 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 19: Italien

Dort sind 79,6 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Platz 20: Frankreich

Dort sind 79,3 Prozent der Erwerbstätigen mit ihrem Job „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.


Dass laut Krankenkassen mehr Beschäftigte wegen psychischer Erkrankungen in Frührente gehen, führt das Institut darauf zurück, dass Depressionen und andere psychische Leiden häufiger diagnostiziert würden als früher. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin fühlen sich viele dadurch belastet, dass sie sich um mehrere Aufgaben gleichzeitig kümmern müssen. Termin- und Leistungsdruck sowie ständige Unterbrechungen stressen demnach einen großen Teil der Beschäftigten.

„Es kann keine Rede davon sein, dass sich die Arbeitsbedingungen in den vergangenen Jahren systematisch verschlechtert haben“, betonte Hüther. Viele hätten gerade unter Stress und Zeitdruck Spaß bei der Arbeit, ergab die Institutsstudie. Das gelte zumindest zeitweise, etwa in Projektphasen, schränkte Studienleiter Oliver Stettes ein. „Stress wirkt sich negativ aus, wenn er auf Dauer zur Überlastung führt.“

Geld spielt nach der Untersuchung bei den deutschen Beschäftigten keine so große Rolle wie in vielen südeuropäischen Ländern. 82 Prozent derer, die meinen, zu wenig zu bekommen, sind dennoch mit ihrer Arbeit zufrieden. Bei denen, die mit ihrem Gehalt zufrieden sind, sind es zwar 95 Prozent. Dieser Unterschied ist in vielen Ländern aber größer.

„Ein hohes Gehalt, gute Karrierechancen und ein sicherer Arbeitsplatz sorgen dafür, dass die Beschäftigten zufrieden sind“, sagte Hüther. Wichtig ist nach der Umfrage aber auch, Einfluss zu nehmen, etwa auf die Arbeitsorganisation, die Wahl der Teamkollegen und auf Zielvereinbarungen. Nach Daten des IW trainieren etwa die Hälfte der Unternehmen ihre Führungskräfte. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte ermittelt, dass die Führungsqualität in Deutschland Mittelmaß ist.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Liegt sicher daran, daß die Dänen nicht EURO-belastet sind.
    Sie müssen nicht zuschauen wie ihre sauerverdienten Steuern im Ausland verbrannt werden und geniessen statt dessen die Vorteile der innerstaatlichen Steuergeldverwendung.

  • Viele Dänen mit denen ich mich unterhalten habe, sagen zum Thema "die glücklichen Dänen", die "zufriedenste Bevölkerung" und die "glücklichsten Arbeitnehmer", ich solle nicht allen Blödsinn glauben, der geschrieben wird.

  • Welche Beschäftigten wurden denn befragt? Die Führungsebene von Daimler, VW und Audi oder auch die vielen Leiharbeiter, unbezahlten Praktikanten und zwangsweise Teilzeit Beschäftigten?

    Aber Statistik... das sagt ja schon genug! Selbst unsere Frau von der Lügen sagt doch sinngemäß: Besser ein Sch..ßjob als gar keine Arbeit. Denn Arbeit bedeutet Teilhabe... fragt sich voran man mit solcher teilhaben kann.

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