IWF-Aufstockung
Bernanke will nicht für Europa zahlen

Als ein Hilfsmittel in der Schuldenkrise haben die Politiker des EU-Gipfels verabredet, Gelder des IWF aufzustocken. Zahlen sollen die Notenbanken. Doch der Chef der US-Notenbank Fed hält davon nicht viel.
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WashingtonIm Kampf gegen die Schuldenkrise in Europa hat sich Fed-Chef Ben Bernanke nach Angaben von US-Senatoren gegen die Beteiligung an einer Rettungsaktion ausgesprochen.

„Wir machen uns alle Sorgen, ob der amerikanische Steuerzahler für europäische Staaten und Banken einspringen wird“, sagte Senator Lindsey Graham am Mittwoch nach einem Treffen mit Bernanke. „Er sagte, nein. Er habe weder die Absicht noch die Befugnis, dies zu tun.“

Zugleich soll Bernanke deutlich gemacht haben, dass die Euro-Schuldenkrise auch die USA beeinträchtigen könnte. „Er ist sehr besorgt“, sagte Senator Orrin Hatch. „Er sagte, wenn sie ihre Sache nicht auf die Reihe bekommen, dann hätte das Auswirkungen auf uns. Ein Zusammenbruch da drüben wäre schädlich für uns.“

Bernanke traf die republikanischen Senatoren auf Einladung deren Anführers Lamar Alexander, der den Zentralbankchef um seine Einschätzung der derzeitigen Lage gebeten hatte. In der jüngeren Vergangenheit hatten sich viele Politiker in den USA besorgt über die Entwicklung in Europa geäußert. Bereits im Oktober hatte Bernanke mit demokratischen Senatoren über die Situation diskutiert.

Weil sich die Schuldenkrise zuletzt auch auf große Euro-Länder wie Italien ausgeweitet hat, wurde beim jüngsten EU-Gipfel in Brüssel eine Aufstockung der IWF-Gelder mit Hilfe der Notenbanken um bis zu 200 Milliarden Euro verabredet, um den Schutzschirm über der Euro-Zone zu stärken.

Die Bundesbank ist zwar grundsätzlich bereit, bis zu 45 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds zu überweisen. Allerdings hat Bundesbank-Präsident Jens Weidmann Bedingungen dafür gestellt.

So soll sichergestellt werden, dass das Geld nicht nur speziell für die Rettung angeschlagener Euro-Länder verwendet wird, sondern dem Währungsfonds generell zur Verfügung steht. Darüber hinaus sollen sich auch Länder außerhalb der Euro-Zone und der EU daran beteiligen - also zum Beispiel die Fed.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Das kann ich nachvollziehen.
    Da werden noch mehrere kommen.
    Den IWF hat die dämliche Merkel ins Boot geholt. Der IWF hatte früehr in Europa gar nichts zu tun und zu sagen.
    Warum sollend enn fremde Länder für Europa zahlen? Nur Detuschland ist doch so bekloppt und schreit immer als erstes laut HIER

  • Dr.NorbertLeineweber:
    Ihre Alternativengenerierung ist extrem bescheiden. Wenn der Euro entgleist, hat das nichts mit gleisartigen Konsequenzen meinerseits zu tun. Würden stets alle Einwohner aus ihrem Pleiteland auswandern, so ihre zweite Alternative, sei bemerkt, dass es weder Argentinien noch Russland gäbe und Deutschland seit der großen Inflation schon nicht mehr existiert. Tja Sachlogik ist nicht jedermanns Sache.
    Aber in einem hat Bernanke noch recht: Der ESFS wäre von vorn herein Schrott, so anleihetechnisch gesehen. So schrottig wie Ir Kommentar.

  • Vielleicht dämmert es, nach den Absagen von China und
    jetzt U.S.A., langsam den EU-Bankrotteuren, daß das
    Kunstgebilde EU mit dem Eurosystem nicht mehr finan-
    zierbar ist. Wenn noch weiter gewartet wird erklären
    sich vielleicht Experten außerhalb Europas dazu be-
    reit die Insolvenzabwicklung vorzunehmen, denn es ist
    zu bezweifeln, daß die ''Europäer'' in der Lage sind
    das selbst in die Hand zu nehmen, wie es das Beispiel
    Griechenland zeigt.

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