IWF-Chefin in Berlin
Lagarde und Merkel stimmen sich zu Euro-Krise ab

Ein Treffen von Währungsfonds-Chefin Christine Lagarde und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin stand ganz im Zeichen der Euro-Krise. Der IWF zögert mit weiteren Hilfen für angeschlagene Krisenstaaten.
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BerlinIWF-Chefin Christine Lagarde und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben am Mittwoch in Berlin das weitere Vorgehen in der Euro-Schuldenkrise erörtert. Nach Angaben aus Regierungskreisen wurde bei dem etwa einstündigen Treffen im Kanzleramt auch die Lage der Weltwirtschaft besprochen. Nähere Angaben wurden anschließend nicht gemacht.

Zuvor hatte Regierungssprecher Steffen Seibert lediglich erklärt, es würden all die Punkte besprochen, an denen sich deutsche wie europäische Interessen mit der Arbeit des IWF überschneiden. Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist zusammen mit der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) Teil der Geldgeber-Troika, die derzeit die Umsetzung der Reformen und Sparauflagen in Griechenland überprüft.

Der Troika-Bericht als Grundlage für die Entscheidung über weitere Milliarden-Hilfen an Athen verzögert sich immer wieder. Es mehren sich Berichte über eine größere Haushaltslücke in Athen.

Differenzen innerhalb der Troika könnte es zu Überlegungen geben, Griechenland mit einem weiteren Schuldenerlass zu entlasten, an dem sich diesmal auch die öffentlichen Geldgeber beteiligen. Dies fordert dem Vernehmen nach auch der IWF. Ein weiterer Schuldenschnitt mit der Abschreibung bilateraler Hilfskredite würde vor allem die Euro-Partner treffen und auch Deutschland Milliarden kosten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wenn ich die ständigen Kurswechsel der deutschen Kanzlerin betrachte, stelle ich mir die Frage, ob die Entscheidungen in Europa nicht ohnehin von anderen Ländern und Institutionen getroffen werden. Welche Faktoren haben sich denn in der letzten Zeit bezüglich Griechenland geändert, dass die Kanzlerin einen derartigen Richtungswechsel im Verhältnis zu Griechenland eingeschlagen hat? Auch der Kanzlerkandidat Steinbrück hat seine markigen Sprüche gegenüber Griechenland schon zurückgenommen und in Richtung Kanzlerin ausgerichtet. Sicherlich will er es sich mit seiner neuen zukünftigen Chefin nicht verderben.

  • Abstimmung? Die unterhalten sich bestenfalls wieviel zig Milliarden D in den nächsten Wochen zahlen muß!

  • Private Kleinanleger, die griechische Staatsanleihen als mündelsichere Papiere gekauft hatten, haben beim letzten Schuldenschnitt 80 Prozent ihres Geldes verloren.

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