IWF-Chefin
IWF stärkt Lagarde bei Untreue-Vorwürfen den Rücken

Ein Vergleich zwischen einer französischen Bank und dem ehemaligen Adidas-Eigner könnte die IWF-Chefin in ernste Bedrängnis bringen. 2008 segnete sie einen 400-Millionen-Euro-Zahlung ab. Das Geld kam aus der Staatskasse.
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ParisIWF-Chefin Christine Lagarde hat sich am Donnerstag wegen einer Finanzaffäre um Veruntreuung öffentlicher Gelder einer mehr als zwölfstündigen Vernehmung stellen müssen. Über den Verlauf des Verhörs durch Ermittler des französischen Gerichtshofs der Republik gab es nach dem Ende des Termins am Abend zunächst keine Angaben. Lagarde kündigte an, dass ihre Vernehmung an diesem Freitag fortgesetzt werde.

Lagarde musste am Donnerstag vor dem Gerichtshof der Republik Fragen zu umstrittenen Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe an den Geschäftsmann Bernard Tapie beantworten. Ihr droht ein formelles Ermittlungsverfahren, das sie die IWF-Spitze kosten könnte. Zum Auftakt ihrer Anhörung stellte sich der IWF hinter Lagarde.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds traf am Morgen lächelnd im Gerichtshof der Republik ein, der einzigen Instanz in Frankreich, die zu mutmaßlichen Vergehen von Regierungsmitgliedern während ihrer Amtszeit ermitteln darf. Die Befragung der 57-Jährigen war auf zwei Tage angesetzt. Der Gerichtshof hatte im August 2011 Vorermittlungen gegen Lagarde wegen „Beihilfe zur Fälschung“ und „Beihilfe zur Veruntreuung öffentlicher Gelder“ eingeleitet. Im März dieses Jahres wurden ihre Wohnräume in Paris durchsucht.

Der Geschäftsmann Tapie hatte den deutschen Sportartikelhersteller Adidas 1993 an eine Investorengruppe verkauft, an der auch die damals staatliche Bank Crédit Lyonnais beteiligt war. Tapie warf der Bank vor, ihn beim Verkauf übervorteilt zu haben, und klagte auf Entschädigung.

Um den jahrelangen Rechtsstreit zu beenden rief die kurz zuvor zur Finanzministerin ernannte Lagarde 2007 ein Schiedsgericht an, das Tapie im folgenden Jahr Schadenersatz in Höhe von 285 Millionen Euro - mit Zinsen 400 Millionen Euro - zusprach.

Umstritten ist die Anrufung des privaten Schiedsgerichts wie auch Lagardes Entscheidung, gegen den Schiedsspruch keinen Widerspruch einzulegen, obwohl ihr Experten dazu geraten hatten. Lagarde hat ihr Vorgehen als „damals beste Lösung“ verteidigt.

Ihr Anwalt Yves Repiquet zeigte sich zuversichtlich, die Aussage seiner Mandantin vor dem Gerichtshof werde deutlich machen, dass sie „keinerlei strafrechtliche Verantwortung“ trage. Sollte es zu einem Prozess gegen Lagarde kommen, drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 150.000 Euro.

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Kommentare zu " IWF-Chefin: IWF stärkt Lagarde bei Untreue-Vorwürfen den Rücken"

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  • Ich finde die Christine nach wie vor unsexy und total abgewrackt.
    Mein Gott, auf uns beide sind so oft die Kameraobjektive gerichtet ... aber ich lass mich doch auch nicht so gehen. Zweimal in der Woche mit meinem Personal Fitnesscoach, gesunde Ernährung, wenn möglich die Wochenenden mit meinen Pferdchen, einmal im Jahr eine Hormontherapie und immer mit knackigen jungen Lovern im Bett bewirken bei mir, dass ich wie Mitte 30 aussehe. OK, dass kostet halt alles eine Stange Geld. Aber das ist mir die Sache natürlich wert, als Person des öffentlichen Lebens.

  • Mag sein, dass die Lagarde Dreck am Stecken hat, aber gedisst wird Sie natürlich deshalb, weil sie wie auch Ihr Vorgänger - in ihrem Amt nicht nach der Pfeife von Paris tanzt. aus Sicht von Paris ist der IWF bei der Eurorettung viel zu bockig

  • @neunundneunzigprozent:
    @Observer:

    Bla bla bla bla bla

    Wieder mal nichts zum konkreten Fall, sondern einfach mal unappetitlich ausgeko...t!
    Sagen Sie doch einfach mal was über die Hintergründe des konkreten Falls.

    "Tapie hatte erfolgreich geltend gemacht, bei dem Adidas-Verkauf von der Bank übervorteilt worden zu sein".
    Wenn das stimmt, dann ist es doch i.O., wenn man versucht, einen Vergleich zustande zu bringen, anstatt jahrelang zu klagen mit dem Risiko, u.U. wesentlich mehr Schadenersatz zahlen zu müssen. Das wäre ja dann vermutlich auch aus der Staatskasse bezahlt worden.

    Aus dem Artikel ergibt sich für mich noch nichts Verwerfliches. Aber wenn Sie weitere Informationen/Fakten zu dem Fall haben, dann stellen Sie die doch hier rein.

    Bis jetzt haben Sie beide nur unqualifiziertes Bla bla bla abgesondert!

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