IWF-Chefin Lagarde Der „Rockstar“ der Finanzszene

IWF-Chefin Lagarde hat heute mit der Bundesregierung über die Euro-Schuldenkrise beraten. Lagarde gehört mit Merkel zu den Strippenziehern in der Krise. Der Französin kommt aber eine Schlüsselrolle zu.
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IWF-Chefin Christine Lagarde. Quelle: dpa

IWF-Chefin Christine Lagarde.

(Foto: dpa)

Paris/DüsseldorfSelten wurde ein IWF-Chef mit so viel Vorschlusslorbeeren überhäuft wie die Französin Christine Lagarde bei ihrem Amtsantritt im Juli 2011. Der frühere IWF-Chefvolkswirt Kenneth Rogoff bezeichnete sie in der "New York Times" als „Rockstar“ der Finanzszene. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lobte Lagarde. Sie sei in der Sache und als Person hervorragend für ihren neuen Job geeignet, sagte Schäuble.

Ein halbes Jahr nach ihrem Amtsantritt hat Lagarde die hohen Erwartungen bislang erfüllt. Deutsche Bank-Chef Ackermann lobte sie jüngst im Handelsblatt für ihre Geradlinigkeit. „Ohne falsche Rücksichtnahme spricht Lagarde unangenehme Wahrheiten aus und an und ermahnt die Schuldnerländer, ihre Haushalte in Ordnung zu bringen,“ schrieb Ackermann in einem Gastbeitrag. Er habe Lagarde lange bevor sie in die Politik wechselte kennengelernt. „Von Anfang an beeindruckte sie mich mit ihrer tiefen Sachkenntnis, ihrer schnellen Auffassungsgabe, ihrer großen Urteilsfähigkeit, ihrer ruhigen Gelassenheit und ihrer natürlichen Autorität und ebenso mit ihrer Menschlichkeit, ihrem Humor und ihrer Selbstironie.“

Um ihrem Land zu dienen, gab die hochgewachsene, schlanke 56-Jährige einst ihre Anwaltskarriere auf. Rund 25 Jahre arbeitete sie für die US-Kanzlei Baker & McKenzie, jettete zwischen ihren Büros in Chicago und Paris hin und her. Lagarde war stets auf der internationalen Bühne mehr zu Hause als in den Niederungen der heimischen Politik.

Als IWF-Chefin ist sie ein Symbol der doppelten Kontinuität: Auf den Franzosen Dominique Strauss-Kahn folgte eine Französin. Und auch wirtschaftspolitisch vertritt sie die gleiche Richtung wie ihr Vorgänger: Ja zur freien Marktwirtschaft und zur Globalisierung, aber bitte mit klaren Spielregeln. „Strauss-Kahn ist ein liberaler Sozialist, Lagarde eine Liberale mit sozialer Ader“, heißt es aus ihrem Umfeld.

Mit Nachdruck vertritt Lagarde die Agenda ihres früheren Chefs, Nicolas Sarkozy, der den IWF zu einer Art Weltwirtschaftsregierung ausbauen will. Außerdem tritt Lagarde für mehr makroökonomische Abstimmung ein. Zuletzt warnte sie mit sehr eindringlichen Worten vor einem Rückfall der Weltwirtschaft in eine Große Depression. „Der Ausblick auf die Weltwirtschaft ist im Augenblick nicht besonders rosig. Er ist ziemlich düster,“ sagte Lagarde Ende Dezember.

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6 Kommentare zu "IWF-Chefin Lagarde: Der „Rockstar“ der Finanzszene"

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  • "Froschfressern"
    Und was "fressen" Sie ?
    Empfehle Ihnen etwas auszusuchen, dass die Gehirnzellen zum wachsen bringt.
    Was soll denn nun diese Tapie Geschichte
    Der hat, aus irgendeinem Grund, es fertig gekriegt, die Rechten dazu zu bewegen, ihm wohl rechtswidrig, wie viele Journalisten aus Frankreich meinen, eine neun-stellige Summe zu schenken.
    Da war Lagarde wohl auch nur ein Knopf auf welchen gedrückt wurde.
    Vielmehr ist zu merken, dass diese Frau nicht wenig dazu beigetragen hat, Frankreich in eine wirtschaftliche Eng-Gasse geführt zu haben.
    Nun soll sie als IMF-Chefin die große Nummer sein ?

  • Zur Erinnerung:

    Diese Dame hat, bevor sie zum IWF wechselte, diejenigen Probleme in den französischen Staatsfinanzen vertuscht, die jetzt ans Tageslicht kommen.

    Sie war 24 Jahre als Anwältin und danach 6 Jahre als Ministerin tätig, davon gut 2 Jahre als Handelsministerin, einen Monat als Landwirtschaftsministerin, und den Rest der Zeit als Ministerin für Wirtschaft und Finanzen.

    Eine Leidenschaft für Finanzthemen kann man ihr wohl kaum attestieren. "Ihre" Warnung vor einem wirtschaftlichen Abschwung darf man getrost als Ergebnis ihrer IWF-Arbeitsgruppen ansehen.

    Zu beachten ist, dass der IWF methodisch bedingt erst warnt, wenn es zu spät ist. Die IWF-Prognosen liegen grundsätzlich genauso daneben wie diejenigen der meisten anderen Chef-Volkswirte etc, weil sie nun einmal auf Schönwettermodellen beruhen, die heute nicht mehr gelten.

  • Zitat:"Mit Nachdruck vertritt Lagarde die Agenda ihres früheren Chefs, Nicolas Sarkozy, der den IWF zu einer Art Weltwirtschaftsregierung ausbauen will."
    Da wollen auch andere "Marionetten" der Finanzelite, jedoch wird es die Bestätigung der angeblich größten "Verschwörungstheorie" nicht geben, da die Zeit bis Ende 2012 dafür nicht mehr ausreicht!
    Das Spiel ist aus, wir gehen nach Haus!

  • soviel Lobhudelei ist schon direkt peinlich, passt direkt zu der femofaschistischen Ausrichtung unserer Massenmedien. Und wie war das mit den Betrugsaffären? Schon vergessen. Nun ja, mit Addidas-Schuhen ist man schnell.

  • Na ja, was war ist gewesen, vergessen und zählt nicht mehr. Aber was dieser Artikel soll, verstehe ich auch nicht. Letztlich ist doch die Finanzmarktsteuer - die ich grundsätzlich ok finde - auch nur eine Blendgranate. Unglaublich, wie Politik derzeit vom eigenen Versagen ablenken kann und tut.

  • Was soll dieser elende Schwachsinnsartikel. Wie konnte es geschehen, dass eine Frau gegen die staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen Korruption laufen, zur Chefin der IMF gewählt wird. Diese Tante betreibt Hohn und Spott mit den Völkern Irlands, Portugals und Spaqnien. Diese eitle Chicago Tante gehört in den Knast, zusammen mit Merkozy und Schäuble.

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