
Paris/DüsseldorfSelten wurde ein IWF-Chef mit so viel Vorschlusslorbeeren überhäuft wie die Französin Christine Lagarde bei ihrem Amtsantritt im Juli 2011. Der frühere IWF-Chefvolkswirt Kenneth Rogoff bezeichnete sie in der "New York Times" als „Rockstar“ der Finanzszene. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lobte Lagarde. Sie sei in der Sache und als Person hervorragend für ihren neuen Job geeignet, sagte Schäuble.
Ein halbes Jahr nach ihrem Amtsantritt hat Lagarde die hohen Erwartungen bislang erfüllt. Deutsche Bank-Chef Ackermann lobte sie jüngst im Handelsblatt für ihre Geradlinigkeit. „Ohne falsche Rücksichtnahme spricht Lagarde unangenehme Wahrheiten aus und an und ermahnt die Schuldnerländer, ihre Haushalte in Ordnung zu bringen,“ schrieb Ackermann in einem Gastbeitrag. Er habe Lagarde lange bevor sie in die Politik wechselte kennengelernt. „Von Anfang an beeindruckte sie mich mit ihrer tiefen Sachkenntnis, ihrer schnellen Auffassungsgabe, ihrer großen Urteilsfähigkeit, ihrer ruhigen Gelassenheit und ihrer natürlichen Autorität und ebenso mit ihrer Menschlichkeit, ihrem Humor und ihrer Selbstironie.“
Der Internationale Währungsfonds (IWF), der zusammen mit den EU-Staaten zur Rettung der Staatsfinanzen der Euro-Wackelkandidaten einspringen soll, ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Er wurde zusammen mit der Weltbank im Juli 1944 bei der Währungskonferenz in Bretton Woods im US-Staat New Hampshire gegründet.
Dem IWF mit Hauptsitz in Washington (englisch: IMF für International Monetary Fund) gehören heute 186 Staaten an. Das Stimmrecht der Mitgliedsländer richtet sich nach ihrem Kapitalanteil. Dementsprechend zählen die USA (mit 16,77 Prozent), Japan (6,02 Prozent) oder auch Deutschland (5,88 Prozent) zu den Schwergewichten des IWF. Gambia hingegen kommt auf nur 0,03 Prozent und Haiti auf 0,05 Prozent.
Hauptaufgabe ist die Wahrung einer stabilen Währungsordnung. Dazu zählt vor allem auch die Verhinderung von Finanzkrisen - wie etwa 1994/1995 in Mexiko oder 1997/1998 in Asien
In der jüngeren Vergangenheit griff der IWF auf Ersuchen der jeweiligen Regierungen beispielsweise in der Ukraine, Island, Ungarn, Pakistan und eben auch im Euro-Staat Griechenland ein. Für die betroffenen Staaten ist das mit strengen Auflagen für die Sanierung ihrer Finanzen verbunden.
An der Spitze des Internationalen Währungsfonds steht traditionell ein Europäer. Dagegen wird die Weltbank von einem Amerikaner geführt. Bislang einziger deutscher IWF-Direktor war Horst Köhler. Er hatte das Amt inne, bevor er 2004 zum Bundespräsidenten gewählt wurde.
Um ihrem Land zu dienen, gab die hochgewachsene, schlanke 56-Jährige einst ihre Anwaltskarriere auf. Rund 25 Jahre arbeitete sie für die US-Kanzlei Baker & McKenzie, jettete zwischen ihren Büros in Chicago und Paris hin und her. Lagarde war stets auf der internationalen Bühne mehr zu Hause als in den Niederungen der heimischen Politik.
Als IWF-Chefin ist sie ein Symbol der doppelten Kontinuität: Auf den Franzosen Dominique Strauss-Kahn folgte eine Französin. Und auch wirtschaftspolitisch vertritt sie die gleiche Richtung wie ihr Vorgänger: Ja zur freien Marktwirtschaft und zur Globalisierung, aber bitte mit klaren Spielregeln. „Strauss-Kahn ist ein liberaler Sozialist, Lagarde eine Liberale mit sozialer Ader“, heißt es aus ihrem Umfeld.
Mit Nachdruck vertritt Lagarde die Agenda ihres früheren Chefs, Nicolas Sarkozy, der den IWF zu einer Art Weltwirtschaftsregierung ausbauen will. Außerdem tritt Lagarde für mehr makroökonomische Abstimmung ein. Zuletzt warnte sie mit sehr eindringlichen Worten vor einem Rückfall der Weltwirtschaft in eine Große Depression. „Der Ausblick auf die Weltwirtschaft ist im Augenblick nicht besonders rosig. Er ist ziemlich düster,“ sagte Lagarde Ende Dezember.
Zur Erinnerung:
Diese Dame hat, bevor sie zum IWF wechselte, diejenigen Probleme in den französischen Staatsfinanzen vertuscht, die jetzt ans Tageslicht kommen.
Sie war 24 Jahre als Anwältin und danach 6 Jahre als Ministerin tätig, davon gut 2 Jahre als Handelsministerin, einen Monat als Landwirtschaftsministerin, und den Rest der Zeit als Ministerin für Wirtschaft und Finanzen.
Eine Leidenschaft für Finanzthemen kann man ihr wohl kaum attestieren. "Ihre" Warnung vor einem wirtschaftlichen Abschwung darf man getrost als Ergebnis ihrer IWF-Arbeitsgruppen ansehen.
Zu beachten ist, dass der IWF methodisch bedingt erst warnt, wenn es zu spät ist. Die IWF-Prognosen liegen grundsätzlich genauso daneben wie diejenigen der meisten anderen Chef-Volkswirte etc, weil sie nun einmal auf Schönwettermodellen beruhen, die heute nicht mehr gelten.
Zitat:"Mit Nachdruck vertritt Lagarde die Agenda ihres früheren Chefs, Nicolas Sarkozy, der den IWF zu einer Art Weltwirtschaftsregierung ausbauen will."
Da wollen auch andere "Marionetten" der Finanzelite, jedoch wird es die Bestätigung der angeblich größten "Verschwörungstheorie" nicht geben, da die Zeit bis Ende 2012 dafür nicht mehr ausreicht!
Das Spiel ist aus, wir gehen nach Haus!
soviel Lobhudelei ist schon direkt peinlich, passt direkt zu der femofaschistischen Ausrichtung unserer Massenmedien. Und wie war das mit den Betrugsaffären? Schon vergessen. Nun ja, mit Addidas-Schuhen ist man schnell.
6 Kommentare
Alle Kommentare lesen