IWF-Chefin: Lagarde hält Finanzreformen für unfertig

IWF-Chefin
Lagarde hält Finanzreformen für unfertig

Nach Ansicht der IWF-Chefin ist die Reform des weltweiten Finanzsystem nur halb fertig. Zwar sei das System solider geworden, doch die Fortschritte könnten auch schnell wieder verpuffen, warnte Lagarde.
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FrankfurtIWF-Chefin Christine Lagarde dringt auf einen zügigen Abschluss der Reform des globalen Finanzsystems. Zwar sei weltweit in den vergangenen Jahren einiges erreicht worden, um global agierende Banken sicherer und weniger anfällig für Krisen zu machen, sagte Lagarde am Dienstag in Frankfurt. "Aber sind wir damit schon fertig? Ich würde sagen: noch nicht."

Die bisher erreichten Fortschritte hätten das System etwas solider gemacht. "Die Struktur ist nach wie vor nur zur Hälfte fertig und deshalb auch noch nicht sicher", bemängelte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) und frühere französische Finanzministerin.

Vor allem die ungleiche Geschwindigkeit bei der Umsetzung der beschlossenen Reformen drohe, die Fortschritte verpuffen zu lassen. "Meine größte Befürchtung ist, dass die Fortschritte nicht gleichmäßig sind und deshalb das bereits Erreichte ins Gegenteil verkehren könnten."

Als Beispiel nannte Lagarde die verspätete Einführung der unter dem Namen Basel III bekannten neuen Kapitalanforderungen für Banken durch die USA und in der Folge auch in Europa, das internationale Schattenbankensystem und das weiterhin nicht gelöste Problem der Abwicklung großer, grenzüberschreitender Banken. "Das ist nicht akzeptabel."

Nachdem die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) schon vor Jahren ihre Absicht erklärt hätten, "jeden Markt, jedes Produkt und jeden Akteur im Finanzsystem" als Lehre aus der Krise in Zukunft zu regulieren, seien die Erfolge noch in vielen Teilbereichen eher bescheiden.

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„Bei Schattenbanken ist noch nicht viel erreicht worden“

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