IWF-Herbsttagung Schäuble beruhigt Kritiker - und gibt Rätsel auf 

Der Bundesfinanzminister verbittet sich Kritik am Umgang der Europäer mit der Krise. Man solle nicht über weitere Griechenland-Hilfen spekulieren, forderte er - und löste mit vagen Andeutungen genau das aus.
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Quelle: dapd

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

(Foto: dapd)

WashingtonViel mussten sie einstecken, noch bevor das Herbsttreffen von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank überhaupt richtig begonnen hatte. Europas Regierungen unternehmen zu wenig gegen die Schuldenkrise, kritisierte IWF-Direktorin Christine Lagarde. Die beschlossenen Schritte gehörten zügig umgesetzt, drängelte die Schwellenländer-Organisation BRIC. Konjunkturprogramme müssten her, forderte US-Präsident Barack Obamas Ex-Wirtschaftsberater Austan Goolsbee.

Am Freitagmorgen nun antworteten die Europäer in Gestalt von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte der CDU-Politiker vor einer Runde Journalisten. „Die Europäer sind sich ihrer Verantwortung bewusst und stehen zu ihrer Verantwortung“. Es gebe gar keinen Zweifel daran, dass sämtliche Beschlüsse der Euro-Gruppe, den Stabilitätsfonds ESFS mit neuen Instrumenten auszustatten, bald überall umgesetzt werden. Und zwar noch vor dem nächsten Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) Anfang Oktober in Paris. Der Bundestag stimmt nächste Woche über die Reform des EFSF und Aufstockung des Garantierahmens ab.

Darüber hinaus deutete Schäuble Änderungen am zweiten Rettungspaket für Griechenland an. Jetzt gehe es zwar zunächst um die sechste Hilfstranche aus dem laufenden Programm. Dann müsse man allerdings prüfen, ob das zweite Hilfspaket „im Lichte der neueren Entwicklung tragfähig ist oder nicht“.

Er meinte damit die „dramatischen“ zusätzlichen Konsolidierungsmaßnahmen Athens und den noch ausstehenden Bericht der so genannten Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF zur nächsten Kredittranche. Offenbar gebe es veränderte Zahlen. „Es würde mich überraschen, wenn sich zwar die Voraussetzungen für die Auszahlung der nächsten Tranche verändert hätten, aber nicht die Voraussetzungen für ein zusätzliches Paket für Griechenland“, sagte Schäuble.

Abbau des Defizits hat Priorität
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18 Kommentare zu "IWF-Herbsttagung: Schäuble beruhigt Kritiker - und gibt Rätsel auf "

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  • Sehr geehrter Herr Kommissar, sie haben natürlich das recht Partei für einen Politiker zu ergreifen, nur zäumen sie das Pferd vom Schwanz her auf.
    Niemand hat Herrn Finanzminister Schäuble gebeten oder gar gezwungen, in die Politik zu gehen, er machte dies freiwillig.
    Es wurde schon gesagt, dass er krank ist, was aber immer wieder unter den Tisch gekehrt wird, ist sein Ärger darüber, dass er nie Bundeskanzler werden durfte. Für mich ist Herr Schäuble ein alter verbitterter Mann, der jetzt seinen Abschied von der Politischen – Bühne nehmen sollte.
    Denn seine diktatorischen Entscheidungen, kann man als Wähler und Steuerzahler nicht mehr mittragen, er und die Bundeskanzlerin, zerstören die Zukunft unserer Kinder und Enkel.
    Danke

  • Und das bei angezogener Schuldenbremse!!!

  • Schätze das Geld das Griechenland gegeben wird landet unverändert zum Teil in der Schweiz:
    Nachdem die griechische Bürokratie die Zahlen zum erschwindelten Beitritt zur Eurozone nur im völligen Chaos erstellt hat, ist sicher auch jetzt äußerst undurchsichtig mit welcher Berechtigung an wen jetzt Gelder fließen. Das kann doch niemend im einzelnen überprüfen.

  • Hat der Whiskey geschmeckt ?

  • Einfacher wäre es für Schäuble die Milliarden aus dem Hubschrauber auf die Leute abzuwerfen. Undzwar solange bis jeder MilliardenMilliardenMilliarden hätte.

  • Wissen Sie was:

    Machen Sie doch mal den Job des Finanzministers für das vergleichsweise mickrige Gehalt (denken Sie mal daran, was unser Finanzminister im Vergleich zu einem Fussballtrainer der Bundesliga verdient...), stellen sich von morgens bis abends dem öffentlichen Druck und ein Dank für ihre nervaufreibende Tätigkeit brauchen Sie eh nicht zu erwarten.

    Es ist leicht, irgendwelchen Schwachsinn in irgendwelchen Foren abzusetzen.

    Ich finde, Herr Schäuble verdient Respekt. Ich möchte seinen Job für das Popelgehalt jedenfalls nicht machen müssen!!!

  • genau so ist es. Aber viele Dummies fallen auf das Gelaber der Politiker rein, die die Verantwortung auf die Banken abschieben, anstatt mal die Ursache im nicht finanzierbaren Wohlfahrtsstaat zu suchen.

    Denkt mal darüber nach, dass fast 100.000.000.000 Euro (100 Mrd) Euro JÄHRLICH an Steuergeldern an die Rentenkasse überwiesen werden, damit unsere ach so armen Rentner auch ja 5 Mal pro Jahr eine Kreuzfahrt machen können.

    Wer's nicht glaubt, buche einmal AIDA...

  • Meine Güte, es geht einem langsam auf den Geist mit diesem ewigen Geplapper, dass den Banken angeblich das Geld geschenkt wird...!

    Wenn das so wäre, würde eine Commerzbank-Aktie sicherlich nicht bei 1,60 € stehen, oder?

    Zur Erinnerung: Die größten Empfänger von Steuergeldern waren die Landesbanken, und wem gehören die?????

  • Antwort auf lensoes Frage:"Wo ist denn all das Geld in GR geblieben?"
    Na, die Griechen mussten ja grosse Mengen Gold kaufen, die Griechen mussten unbedingt eine Formel-1-Strecke bauen und jetzt auch noch eine sündhaft teure Moschee in Athen. Sicher gibt es da noch einige andere unnützen Dinge.

  • @Popper
    wenn die Banken dem Staat kredite geben und der Staat anschließend nicht mehr zurückzahlen kann,
    dann sollte der Staat auch gefälligst die Banken retten.
    Ich verstehe Ihre Logik nicht, die wahren Verursacher dr Schuldenmisere sind die von Ihnen gewählten Politiker.

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