IWF-Hilfen
Griechenland droht Pleite im September

Griechenland droht die Staatspleite. Sollte Athen noch mehr Geld brauchen, will der Internationale Währungsfonds angeblich nicht mehr mitmachen. Auch bei den Partnern in der Eurozone wächst die Skepsis.
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Berlin/AthenDer Internationale Währungsfonds (IWF) will sich nach „Spiegel“-Informationen nicht an weiteren Hilfen für das pleitebedrohte Griechenland beteiligen. Das hätten hochrangige Vertreter der Brüsseler EU-Spitze mitgeteilt, schreibt das Blatt weiter ohne Nennung von Quellen. Ein EU-Diplomat nannte dies am Sonntag reine Spekulation. Aus EU-Kreisen war aber zu hören, dass bei einigen EU-Partnern Skepsis herrsche, was zusätzliche Hilfen für Athen angehe.

Derzeit untersucht die „Troika“ aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF, wie weit das Land seinen Reformverpflichtungen nachkommt. Das Land hofft auf Geldspritzen im August und September in Höhe von 12,5 Milliarden Euro.

Nach Angaben des Sprechers von Währungskommissar Olli Rehn wird die „Troika“ bereits an diesem Dienstag nach Griechenland zurückkehren. Aus Athener Kreisen war zuletzt der kommende Donnerstag genannt worden. Die Sparkontrolleure von EU, IWF und EZB waren am 9. Juli unmittelbar vor dem Treffen der Euro-Finanzminister nach Aussagen von Ministerpräsident Antonis Samaras mit der Bilanz abgereist, dass Griechenland abermals die Ziele des Sparpaktes verfehlt habe und bei den Reformen Gas geben müsse.

Die griechische Koalitionsregierung war im Juni mit dem festen Ziel angetreten, die Fristen der für die Milliardenhilfen auferlegten Sparauflagen neu zu verhandeln. Ziel Griechenland ist es, die von den Geldgebern geforderten Sparmaßnahmen über 11,5 Milliarden in den Jahren 2013 und 2014 auf die Jahre 2015 und 2016 zu verteilen.

Die griechische Gesellschaft könne keine weiteren, zusätzlichen Sparmaßnahmen schultern, argumentiert die Regierung. Die Wirtschaft des Euro-Krisenlandes wird nach Schätzungen auch dieses Jahr um fast sieben Prozent schrumpfen.

Kommentare zu " IWF-Hilfen: Griechenland droht Pleite im September"

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  • Je patriarchaler eine Gesellschaft bestimmt ist, desto grausamer und desto verrückter ist sie.


    Obwohl mir bei Religion persönlich immer ein bisschen mulmig wird, diese Behauptung scheint jedoch mehr und mehr Befestigung zu finden. So scheint es z.B. eine Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Macht eines Landes zu geben und der Stellung der Frau. Siehe auch die Länder, wo Frauen keine oder wenig Rechte haben wie z.B. Bangladesh, Indien, etc.
    Auch scheint es wirklich satanistische Geheimbünde zu geben.
    Als Traumatherapeut hört man nämlich immer öfter von Opfern satanischer Rituale und es gibt eine Diskussion, wie man so etwas behandeln kann. Am Anfang dachte man, es handelt sich um Phantasiegebilde. Diese Gruppen kommen nicht nur in D vor.

    Dennoch, es nimmt der Diskussion die Glaubwürdigkeit, wenn man Wirtschaft und Satanismus so zusammenwürfelt und mit irgendwelchen Göttinnen beginnt, was an sich schade ist. Vielleicht sich auf die wirtschaftliche Seite konzentrieren?

  • @Winfried Sobottka
    Teil 2.
    Der steile Sinkflug der Binnennachfrage hat nicht nur mit den Sparmaßnahmen zu tun, sondern vor allem damit, dass griech. Anbieter ihre Preise nicht senken wollen, obwohl die Herstellungskosten (in GR) inzwischen gesunken sind. Sie denken, dass sie schnell noch den Profit mitnehmen können. Und sie hoffen, die noch zu alten und teuren Preisen eingekaufte Ware auch zu alten Preisen loszuwerden. Dabei verkalkulieren sich viele, die Nachfrage bleibt komplett aus und auf einmal sitzt der Anbieter mit unverkäuflicher Ware und haufenweise unbezahlten Rechnungen da. Hätte er alles zu Schleuderpreisen abgegeben, hätte er zwar keinen Gewinn, aber auch keinen Verlust gemacht und könnte nun zu den (manchmal) niedrigeren Preisen einkaufen und seinen Laden behalten. Wirtschaften ist keine Stärke der Griechen. Deshalb die vielen Pleiten.
    Einer Ihrer weiteren Einwände war, dass die Griechen einen Teil der Hilfsgelder für fällige Anleihen-Rücknahmen und fällige Zinszahlungen verwendeten. Es erstaunt mich, dass Sie das offenbar für unnötig halten. Schulden müssen abbezahlt werden, das ist doch selbstverständlich. Und wenn man eine Hilfe von draußen bekommt, dann verwendet man es natürlich für das, was am dringendsten ist – die Schulden. Denn sonst wachsen sie weiter bzw. es droht die Pleite.

  • Das ist wieder so ein typischer Erguss eines Idealisten, der mit der Realität niemals in Berührung kommt, weil er sein Leben überwiegend hinter einem Schreibtisch verbringt.
    Sie denken deutsch, klar. Sie KÖNNEN aber nicht deutsche Verhältnisse auf GR übertragen. Hier gibt es eine völlig andere Mentalität.
    Angenommen, Sie pumpten jetzt ein paar Milliarden nach GR anstatt zu den Banken. Was glauben Sie, würde da passieren? Investitionen?? Sie sind naiv! Das wäre alles in den Konsum gegangen, genau wie vorher! DAS ist aber gerade falsch. Das Land braucht eine EIGENE Produktion, keinen zusätzlichen Konsum. Die Investoren werden aber allesamt verprellt. Wenn SIE dort und jetzt investieren wollten, dann käme zuerst einmal ein jahrelanger Kampf um die Erlaubnisse auf Sie zu – alle wollen nämlich etwas vom Kuchen abhaben… Als nächstes steht die Gewerkschaft vor Ihrer Tür und bestimmt, wie Sie zu verfahren haben. Hier in GR sagt man, dass eine Investition, so sie in GR getätigt wird, dann auch dem griechischen Volk – ergo den Gewerkschaften – gehört. SIE als Investor haben da gar nichts zu melden. WAS glauben Sie denn, warum keiner investiert??
    Ende Teil 1

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