IWF-Hilfen Griechenland droht Pleite im September

Griechenland droht die Staatspleite. Sollte Athen noch mehr Geld brauchen, will der Internationale Währungsfonds angeblich nicht mehr mitmachen. Auch bei den Partnern in der Eurozone wächst die Skepsis.
Update: 22.07.2012 - 15:42 Uhr 134 Kommentare
IWF-Zentrale in Washington DC. Quelle: AFP

IWF-Zentrale in Washington DC.

(Foto: AFP)

Berlin/AthenDer Internationale Währungsfonds (IWF) will sich nach „Spiegel“-Informationen nicht an weiteren Hilfen für das pleitebedrohte Griechenland beteiligen. Das hätten hochrangige Vertreter der Brüsseler EU-Spitze mitgeteilt, schreibt das Blatt weiter ohne Nennung von Quellen. Ein EU-Diplomat nannte dies am Sonntag reine Spekulation. Aus EU-Kreisen war aber zu hören, dass bei einigen EU-Partnern Skepsis herrsche, was zusätzliche Hilfen für Athen angehe.

Derzeit untersucht die „Troika“ aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF, wie weit das Land seinen Reformverpflichtungen nachkommt. Das Land hofft auf Geldspritzen im August und September in Höhe von 12,5 Milliarden Euro.

Nach Angaben des Sprechers von Währungskommissar Olli Rehn wird die „Troika“ bereits an diesem Dienstag nach Griechenland zurückkehren. Aus Athener Kreisen war zuletzt der kommende Donnerstag genannt worden. Die Sparkontrolleure von EU, IWF und EZB waren am 9. Juli unmittelbar vor dem Treffen der Euro-Finanzminister nach Aussagen von Ministerpräsident Antonis Samaras mit der Bilanz abgereist, dass Griechenland abermals die Ziele des Sparpaktes verfehlt habe und bei den Reformen Gas geben müsse.

Die griechische Koalitionsregierung war im Juni mit dem festen Ziel angetreten, die Fristen der für die Milliardenhilfen auferlegten Sparauflagen neu zu verhandeln. Ziel Griechenland ist es, die von den Geldgebern geforderten Sparmaßnahmen über 11,5 Milliarden in den Jahren 2013 und 2014 auf die Jahre 2015 und 2016 zu verteilen.

Die griechische Gesellschaft könne keine weiteren, zusätzlichen Sparmaßnahmen schultern, argumentiert die Regierung. Die Wirtschaft des Euro-Krisenlandes wird nach Schätzungen auch dieses Jahr um fast sieben Prozent schrumpfen.

Zusätzliche Kosten von 10 bis 50 Milliarden Euro bei Aufschub
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: IWF-Hilfen - Griechenland droht Pleite im September

134 Kommentare zu "IWF-Hilfen: Griechenland droht Pleite im September"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Je patriarchaler eine Gesellschaft bestimmt ist, desto grausamer und desto verrückter ist sie.


    Obwohl mir bei Religion persönlich immer ein bisschen mulmig wird, diese Behauptung scheint jedoch mehr und mehr Befestigung zu finden. So scheint es z.B. eine Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Macht eines Landes zu geben und der Stellung der Frau. Siehe auch die Länder, wo Frauen keine oder wenig Rechte haben wie z.B. Bangladesh, Indien, etc.
    Auch scheint es wirklich satanistische Geheimbünde zu geben.
    Als Traumatherapeut hört man nämlich immer öfter von Opfern satanischer Rituale und es gibt eine Diskussion, wie man so etwas behandeln kann. Am Anfang dachte man, es handelt sich um Phantasiegebilde. Diese Gruppen kommen nicht nur in D vor.

    Dennoch, es nimmt der Diskussion die Glaubwürdigkeit, wenn man Wirtschaft und Satanismus so zusammenwürfelt und mit irgendwelchen Göttinnen beginnt, was an sich schade ist. Vielleicht sich auf die wirtschaftliche Seite konzentrieren?

  • @Winfried Sobottka
    Teil 2.
    Der steile Sinkflug der Binnennachfrage hat nicht nur mit den Sparmaßnahmen zu tun, sondern vor allem damit, dass griech. Anbieter ihre Preise nicht senken wollen, obwohl die Herstellungskosten (in GR) inzwischen gesunken sind. Sie denken, dass sie schnell noch den Profit mitnehmen können. Und sie hoffen, die noch zu alten und teuren Preisen eingekaufte Ware auch zu alten Preisen loszuwerden. Dabei verkalkulieren sich viele, die Nachfrage bleibt komplett aus und auf einmal sitzt der Anbieter mit unverkäuflicher Ware und haufenweise unbezahlten Rechnungen da. Hätte er alles zu Schleuderpreisen abgegeben, hätte er zwar keinen Gewinn, aber auch keinen Verlust gemacht und könnte nun zu den (manchmal) niedrigeren Preisen einkaufen und seinen Laden behalten. Wirtschaften ist keine Stärke der Griechen. Deshalb die vielen Pleiten.
    Einer Ihrer weiteren Einwände war, dass die Griechen einen Teil der Hilfsgelder für fällige Anleihen-Rücknahmen und fällige Zinszahlungen verwendeten. Es erstaunt mich, dass Sie das offenbar für unnötig halten. Schulden müssen abbezahlt werden, das ist doch selbstverständlich. Und wenn man eine Hilfe von draußen bekommt, dann verwendet man es natürlich für das, was am dringendsten ist – die Schulden. Denn sonst wachsen sie weiter bzw. es droht die Pleite.

  • Das ist wieder so ein typischer Erguss eines Idealisten, der mit der Realität niemals in Berührung kommt, weil er sein Leben überwiegend hinter einem Schreibtisch verbringt.
    Sie denken deutsch, klar. Sie KÖNNEN aber nicht deutsche Verhältnisse auf GR übertragen. Hier gibt es eine völlig andere Mentalität.
    Angenommen, Sie pumpten jetzt ein paar Milliarden nach GR anstatt zu den Banken. Was glauben Sie, würde da passieren? Investitionen?? Sie sind naiv! Das wäre alles in den Konsum gegangen, genau wie vorher! DAS ist aber gerade falsch. Das Land braucht eine EIGENE Produktion, keinen zusätzlichen Konsum. Die Investoren werden aber allesamt verprellt. Wenn SIE dort und jetzt investieren wollten, dann käme zuerst einmal ein jahrelanger Kampf um die Erlaubnisse auf Sie zu – alle wollen nämlich etwas vom Kuchen abhaben… Als nächstes steht die Gewerkschaft vor Ihrer Tür und bestimmt, wie Sie zu verfahren haben. Hier in GR sagt man, dass eine Investition, so sie in GR getätigt wird, dann auch dem griechischen Volk – ergo den Gewerkschaften – gehört. SIE als Investor haben da gar nichts zu melden. WAS glauben Sie denn, warum keiner investiert??
    Ende Teil 1

  • Jetzt muß ich mich nur noch fragen, waren die alle nicht bei Verstand, als sie den ESM abnickten, zwar unter Zweifeln, aber dennoch?

    Gestern noch ja, jetzt ganz große Zweifel in Gänze...

    Ist der heilige Geist auf sie niedergekommen und hat sie erleuchtet, oder haben sie erst jetzt verstanden, als sie die Fußnoten auch noch gelesen haben, oder was hat sie überkommen:

    Ex-Bundesfinanzminister Peer Steinbrück erwartet, dass einige Länder den Euro verlassen werden.
    "In einigen Fällen mehren sich bei mir die Zweifel, ob alle Länder in der Euro-Zone gehalten werden können. Ich kann nicht erkennen, dass einige Länder die Lücke ihrer Wettbewerbsfähigkeit schließen können", sagte Steinbrück der "Bild am Sonntag". Der Euro bleibe aber bestehen."

    Tja, was soll man da noch sagen....obwohl die Erkenntnis den Tatsachen entspricht, aber zuvor einfach partout nicht wahrgenommen werden wollte.

    Und unsere Medien, nein die wollten das auch nicht wissen..
    oder durften nicht...

  • Nachtrag:

    Griechenland kann nicht und will auch nicht und hätte nie wollen sollen, Aber da waren auch noch andere Kräfte im Spiel.
    Beide Seiten sind verschaukelt worden.

    Den Profit ziehen jene aus Übersee, die auf die Pleite eines Euro-Staates gewettet haben und auf den Absturz des EURO, und die verdienen mächtig daran.

    Nur unsere Regierung war mehr als blauäugig.

    Und Merkel wird sagen, wir haben alles versucht, aber...
    und die Gunst in der Meinungsumfrage wird ihr wieder gewiß sein.

  • Jedenfalls dämmert es unserem Jungspund Rösler auch schon :

    "FDP-Chef und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hält einen Euro-Austritt Griechenlands nach dem Troika-Bericht im Herbst für wahrscheinlich.

    In Bezug auf die Umsetzung der Reformen sei er "mehr als skeptisch", sagte Rösler in der ARD. "Wenn Griechenland seine Auflagen nicht erfüllt, dann kann es keine weitere Zahlungen mehr an Griechenland geben (...)
    Die Griechen werden dann selber zu der Überzeugung kommen, dass es vielleicht klüger ist, aus der Euro-Zone auszutreten." Ein Euro-Austritt Griechenlands habe längst seinen Schrecken verloren."


    "In Bezug auf die Umsetzung der Reformen sei er "mehr als skeptisch",

    In der Kürze der Zeit eben eine Unmöglichkeit. Man hat sich auf den Austritt eingerichtet, was mehrfach von betroffenen Institutionen angemerkt wurde.

    Auch Griechenland selbst wird das wissen, haben sie doch Privatisierungen auf ein Minimum reduziert, damit "danach" als Einnahmequelle noch was übrig bleibt, denn derzeit bekommen sie nur DAS für ihr "Tafelsilber", wie bei einer Zwangsversteigerung.

    Jetzt rächt sich der äußere Druck, den man auf die Bevölkerung im Wahlverhalten ausgeübt hat. Hätten sie ihrem Gefühl und de logik nach die Linken gewählt, wären sie bereits draußen. Naja, man hat ja eben noch Strukturhilfe nachgeschoben. Auch gut aber nur eine Prolongation.

  • @ Tabu:

    Ich bezeichne Leute als satanisch, die lügen und tatsachenwidrig gegen andere hetzen, um schwerstem Unrecht zum Siege zu verhelfen.

    Soweit das Handelsblatt nicht löschen sollte, kann sich jeder ansehen, wie ich den "Rechner" mit Argumenten entlarvt habe.

    Die Formel:

    "Die Menschheit richte sich danach, was die gerechten und vernünftigen unter den Frauen am Ende des freien und für alle offenen Streites der Argumente wollen, im Kleinen, im Großen, in allem!"

    ist tatsächlich die messianische Botschaft, denn sie perfektioniert das menschliche Denken im Sinne der Menschheit. Frauen und Männer sind zwar gleichermaßen intelligent, doch sie denken in verschiedener, aufeinander abgestimmter Weise. Von daher kann männliche Intelligenz niemals perfekt sein, weibliche auch nicht - die harmonische Kooperation beider Intelligenzen kann es sein,

    Was wir seit Jahrhunderten, im Falle mancher Völker seit Jahrtausenden erleben, ist destruktivem Irrsinn zu verdanken, der mit der Geburt des Patriarchats seinen Weg nahm: Unvollständige Intelligenz erhob sich und führt uns seitdem ins Unglück. Das kann jeder leicht selbst überprüfen: Je patriarchaler eine Gesellschaft bestimmt ist, desto grausamer und desto verrückter ist sie.

    Es gibt nur eine einzige Chance für die Menschheit, an ihrem sonst programmierten Untergang noch vorbei zu kommen - die Befolgung der messianischen Botschaft.

    Sie, "Tabu", sind möglicherweise auch "Rechner", jedenfalls gehören Sie zu den Selben wie er, was einigermaßen kluge Leute auch daran ablesen können, mit welch billigen Verdrehungen Sie mich desavouieren wollen.

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

  • WinfriedSobottka

    Argumente, die ich mehrfach, sicherlich auch zu Ihrer Kenntnisnahme, gebracht habe, ignorieren Sie einfach, spätestens, wenn sie aus dem Blickfeld geraten sind. Auch das ist typisch für Satanisten..
    --------------------------------
    Du lieber Himmel...wenn ihr Text aus dem Blickfeld für
    andere geschoben wird,dann sind da Satanisten am Werk..?
    So kann man doch nicht diskutieren,wenn da jemand
    mit messianischer Verkündigungs-Botschaft daherkommt und
    Mitforisten als satanisch abtut,wenn ihre Argumente ne
    Seite weiterrutschen

  • WinfriedSobottka

    Argumente, die ich mehrfach, sicherlich auch zu Ihrer Kenntnisnahme, gebracht habe, ignorieren Sie einfach, spätestens, wenn sie aus dem Blickfeld geraten sind. Auch das ist typisch für Satanisten..
    --------------------------------
    Du lieber Himmel...wenn ihr Text aus dem Blickfeld für
    andere geschoben wird,dann sind da Satanisten am Werk..?
    So kann man doch nicht diskutieren,wenn da jemand
    mit messianischer Verkündigungs-Botschaft daherkommt und
    Mitforisten als satanisch abtut,wenn der ihr Argument ne
    Seite weiterrutscht..

  • O-Ton 'WinfriedSobottka'
    ---------------------------
    => Es macht keinen Sinn mit Ihnen, "Rechner". Argumente, die ich mehrfach, sicherlich auch zu Ihrer Kenntnisnahme, gebracht habe, ignorieren Sie einfach, spätestens, wenn sie aus dem Blickfeld geraten sind. Auch das ist typisch für Satanisten, man kommt weder mit unanfechtbaren Tatsachenbeweisen noch mit bester Logik weiter bei ihnen.
    ---------------------------

    LOL!

    Was Sie so für "unanfechtbare Tatsachenbeweise" und "beste Logik" halten!

    Ihre Zirkelschlüsse und Vermutungen würde ich so nicht charakterisieren.

    ***

    O-Ton 'WinfriedSobottka'
    ---------------------------
    Tatsache ist, dass die Binnenwirtschaft in Griechenland brummen würde, wenn die "Rettungs-"Milliarden in Griechenland geblieben wären - denn dann wäre zumindest ein erheblicher Teil von ihnen nachfrageaktiv geworden. Tatache ist ferner, dass die Binnennachfrage in Griechenland seit längerem im steilen Sinkflug ist.
    ---------------------------

    Die Binnenwirtschaft brummt seitens der Binnennachfrage nicht weil Kanstantinou Papaschamlos sein Geld von der Piraeus Bank abhebt und es bei der Lloyds Bank in London deponiert.

    Wo er es in Immobilen investiert.

    Seitens der Exportnachfrage brummt die Binnenwirtschaft brummt nicht, weil die griechische Wirtschft aufgrund zu hoher Löhne nicht mehr wettbewerbsfähig ist.

    ***

    O-Ton 'WinfriedSobottka'
    ---------------------------
    Tatsache ist auch, dass Griechenland die "Hilfen" weit überwiegend einsetzte, um fällige Anleihen-Rücknahmen und fällige Zinszahlungen zu finanzieren.
    ---------------------------

    Ja und?

    Trotzdem haben sich die Jungs allein in den ersten 5 Monaten des Jahres wieder 4 Milliarden für den Hausgebrauch von den Hilfen abgezweigt.

    Daß wir jetz unsere griechischen Staatsanleihen effektiv selbst verzinsen und refinanzieren dürfen nützt uns auch nichts.

    **********

    Schnellstmöglich Schluß damit!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%