IWF-Jahrestagung
„Die Euro-Zone steht im Epizentrum der Krise“

Die Chefin des Internationale Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, drängt Europas Politiker zum Handeln. Ihre größte Sorge ist die Umsetzung der Bankenunion. Kritik übte Lagarde an Chinas Boykott der Tagung.
  • 15

TokioHeute trifft sich in Tokio die Hochfinanz der Welt - Banker, Notenbanker und Finanzminister. Doch ihre Gastgeberin, die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde, zeigt sich unzufrieden mit den Reformbemühungen in aller Welt. „Wir erwarten Handeln, mutiges Handeln von unseren Mitgliedern“, sagte sie am Donnerstag morgen in Tokio.

Die Zeit drängt, daher drängelt sie. Der IWF erwarte keine sehr starke Erholung der Weltwirtschaft, sagte Lagarde. In der Tat hat der Fonds seine Wachstumsprognosen am Dienstag in seinem World Economic Outlook gesenkt und gewarnt, dass das Risiko einer globalen Rezession drastisch wachse, falls die Politik nicht rasch handele. Und als eines der wichtigsten Probleme hat Lagarde die Unsicherheit der Märkte und Entscheider ausgemacht, wie die Politik die Probleme zu lösen gedenkt.

Europa sieht sie dabei in der Pflicht. „Die Euro-Zone steht im Epizentrum der Krise“, sagte Lagarde. Doch ausgerechnet mit ihren Kollegen wird Frankreichs einstige Finanzministerin ungeduldig. Europa habe gehandelt. „Aber mehr muss mehr geschehen, und es muss schneller geschehen.“

Die größte Sorge des IWF ist dabei die Bankenunion. Derzeit herrscht große Unsicherheit, ob sie wie geplant am 1. Januar 2013 in Kraft treten kann. Und der IWF fordert, dass die Länder der Euro-Zone sich zumindest auf einen klaren Fahrplan einigen, um die nervösen Märkte zu beruhigen.

Angeschlagene Euro-Staaten wie Griechenland sollten nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds mehr Zeit für die Sanierung ihrer Haushalte bekommen. Sie habe schon mehrfach gesagt, dass Griechenland zwei Jahre mehr Zeit bekommen solle, um das angedachte Haushaltskonsolidierungsprogramm zu bewältigen, sagte Lagarde. "Manchmal ist es besser, etwas mehr Zeit zu bekommen." Auch bei Portugal und Spanien habe sie sich dafür eingesetzt. Dies gelte vor allem dann, wenn mehrere Länder gleichzeitig drastische Sparprogramme auflegten, um ihre Haushaltsdefizite zu verringern.

Kommentare zu " IWF-Jahrestagung: „Die Euro-Zone steht im Epizentrum der Krise“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Jetzt plädiert Frau Lagarde dafür, Griechenland und anderen Staten mehr Zeit zu geben. Morgen zickt sie dann wieder rum und will nicht mehr zahlen. Dafür dürfen andere dann die Suppe auslöffeln. Scheint ja kein Problem zu sein, dass dies mit wesentlichen Mehrkosten verbunden ist. Sie wollte von Anfang 2 Bio. € und war erstaunt, dass man ihr das nicht zugestand. Die Frau ist gänzlich unberechenbar und nicht vertrauenswürdig. Dafür kann sie umso besser Geld ausgeben. Es ist ja nicht ihres.

    Abschaffen, den IWF und alles wird gut.

  • "Man muss sich anstrengen im Leben um etwas zu haben. Das ist die "eiskalte Formel", die Sie nicht ertragen können. Amerika und die Banken sind Schuld an allem, ich weiss Bescheid !"

    Ach, Sie mit Ihren merkwürdigen Wahrheiten. Ich habe mir im Leben mehr geschaffen als viele viele andere Leute.
    Und ohne die 68er Bewegung würde heute noch mancher Nazi-Zögling zu den Entscheidern gehören.
    Wäre ich so blind der "Wahrheit" hinterher gelaufen, wie Sie Ihren sich selbst erklärten Wahrheiten, hätte ich heute auch nichts.
    Schuld an dieser Entwicklung sind Leute wie Sie, die kritiklos einfach allen anderen Menschen eine Denkweise unterstellen, die gerade ins eigene Bild paßt.
    Anstrengung ist nicht gleich Anstrengung, aber diese Dinge zu begreifen ist Ihnen offensichtlich nicht beschieden.

  • "netshadow"
    Sie sind mit 68er Amerika-Hass aufgewachsen. Das ist ihre permanente Psychose. "feudal-kapitalistische Ideologie" ?? Wo haben Sie das denn gelesen ?? Man muss sich anstrengen im Leben um etwas zu haben. Das ist die "eiskalte Formel", die Sie nicht ertragen können. Amerika und die Banken sind Schuld an allem, ich weiss Bescheid !

    Wenn man mit Protest oder stillschweigend mit "Hartz4 + Schwarzarbeit" weiter kommt als mit Arbeit, na dann macht man es eben. Das ist menschlich aber nicht unterstützenswert. Anstrengung gehört zu einem guten Leben dazu. Das müssen auch die 68er begreifen. Sogar wenn Sie mit Turnschuhen im Bundestag auftreten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%