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IWF-Kredite: Italien – der wohl reichste Bettler der Welt

Die Szenarien in der Euro-Krise werden immer wilder: Nun soll sogar der IWF einspringen um Italien aus dem Schuldensumpf zu ziehen. Die Politiker sollten sich schämen, darüber überhaupt nachzudenken. Ein Kommentar

Florian Kolf, stellvertretender Chefredakteur Handelsblatt Online Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Florian Kolf, stellvertretender Chefredakteur Handelsblatt Online Quelle: Frank Beer für Handelsblatt

Josef Ackermann hat vor einiger Zeit eine Äußerung getan, für die er viel öffentliche Prügel bezogen hat. Dabei hatte der Deutsche-Bank-Chef nur etwas gesagt, das für jeden verantwortungsbewusst handelnden Unternehmenslenker selbstverständlich sein sollte. Nachdem die Bundesregierung ein milliardenschweres Rettungspaket für die deutsche Finanzindustrie geschnürt hat, sagte er im kleinen Kreis Anfang 2009: Er selbst würde sich „schämen“, wenn sein eigenes Haus Staatsgeld annehmen müsste.

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Ausgerechnet viele Politiker haben ihm das als Arroganz ausgelegt. Doch mittlerweile wünscht man sich, dass mehr politisch Verantwortliche diese Art von Arroganz an den Tag legen würden. Aber wenn man sieht, wie hemmungslos Schuldenstaaten wie Griechenland oder Italien erst das Geld mit vollen Händen ausgeben und anschließend nach fremder Hilfe betteln, bleibt dies wohl ein frommer Wunsch.

Dass jetzt offenbar die italienische Regierung mit dem Internationalen Währungsfonds über eine Kreditlinie in dreistelliger Milliardenhöhe verhandelt, zeigt, dass mittlerweile fast alles egal zu sein scheint. Und das Schlimmste: es gibt nicht einmal einen öffentlichen Aufschrei.

Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Eines der reichsten Länder der Erde kommt als Bettler zum IWF und Politiker und Experten diskutieren das als normales Szenario zur Lösung der Euro-Krise. Nur mal zur Erinnerung: Laut der Statistik der italienischen Notenbank beläuft sich allein das Geldvermögen in Italien auf 3,6 Billionen Euro. Damit haben die Bürger des Landes das Doppelte der Staatsschuld auf der hohen Kante. Warum da andere Länder als Helfer einspringen müssen, ist nicht so recht zu begreifen.

Auch ein anderes Verhältnis macht den Irrsinn der jüngsten Zahlenspiele deutlich: Italien braucht angeblich ein Notpaket von 400 Milliarden Euro. Dem IWF stehen aber insgesamt nur rund 380 Milliarden Dollar an Kreditvolumen für Länder in Not zur Verfügung. Dass jetzt die Weltgemeinschaft für eine Aufstockung des IWF zur Kasse gebeten werden soll, nur um leichtfertige Italiener zu retten – das ist ein Schlag ins Gesicht für solide wirtschaftende Schwellenländer.

Offenbar hat Italiens Regierung den Rat von Wilhelm Busch zu wörtlich genommen: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's völlig ungeniert.“ Doch solange die Politiker hemmungslos nach jedem Almosen greifen und sich dabei nicht mal schämen, solange müssen sie sich nicht wundern, dass ihnen die Investoren nicht mehr bedenkenlos ihr Geld anvertrauen. Mit immer kreativerer Geldbeschaffung gewinnen sie das Vertrauen nicht zurück.

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  • 14.12.2011, 06:20 Uhreconomics29

    Italien ist sicherlich kein Musterschüler, aber was mit Italien gerade passiert, hat einen spekulativen Hintergrund. Die Schuldenquote liegt zwar bei 120 Prozent, dies aber schon seit zig Jahren. Italien, kann jederzeit, und muss es auch, ohne neuen Schulden auskommen. Die momentane Hilfe des IWFs wäre mehr ein Schritt gegen die Spekulation bzw. Angst der Märkte die unbegründet ist, solange die Angst nicht selbsterfüllend wird, was gerade der Fall ist. Kein Land der Erde kann es sich langfristig leisten Zinsen von über 7 Prozent, wie es gerade bei Italien der Fall ist zu zahlen. Auch Deutschland nicht, das muss uns allen klar sein. Deutschlands Schuldenquote liegt bei über 80 Prozent. Amerikas Schuldenquote bei sogar über 100 Prozent, Japans Schuldenquote bei über 170 Prozent. Sämtliche soeben genannten Länder zahlen aber deutlich weniger Zinsen, obwohl ihre Schuldenlast nicht wesentlich kleiner ist.

  • 04.12.2011, 23:38 UhrMaidag

    Das ist die abgefahrendste Sauerei, die mir je vorgekommen ist. Ich bin bereit, ein Kreuz zu spendieren, wenn der Euro endlich im Grab liegt.

  • 04.12.2011, 04:07 UhrSOLI_ABGABE

    Sehr geehrter Herr Delinix1,

    Sie schreiben u.a.

    " Wie wollen Sie denn als Politiker dem Volk erklären, dass die Maßnahme der Enteignung nur vorübergehend ist, bloß zweckgebunden also, und dass es hinterher wieder genauso weiter geht mit dem ungebremsten Geldscheffeln, oft genug auf anderer Menschen Kosten? Sie würden ja quasi vorübergehend unser System außer Kraft setzen… und für die Dauer Ihrer Maßnahme den Sozialismus einführen…"

    Ich übersetze es jetzt für Sie in die aktuelle deutsche Politik:

    " Wie wollen Sie denn als Politiker dem Volk erklären, dass die Maßnahme der Enteignung nur vorübergehend ist, bloß zweckgebunden also für die Blühenden Landschaften im Osten, und dass es hinterher wieder genauso weiter geht mit dem ungebremsten Geldscheffeln, oft genug auf anderer Menschen Kosten? Sie würden ja quasi vorübergehend unser System außer Kraft setzen… und für die Dauer Ihrer Maßnahme den Sozialismus einführen…"

    Schrecklich, jetzt haben wir durch das Trojanische Pferd "Solidaritäts-Abgabe" seit 20 Jahren den Sozialismus in der Bundesrepublik, eingeführt vom CDU-Kanzler Kohl!

    Da merkt man doch, wie beschränkt Ihr ideologischer Horizont ist. Bei Ihnen ist wohl auch die Umsatzsteuer eine Enteignung.

    Richtig ist: Die Rettung der Banken im HRE-Skandal ist eine Bereicherung der Banken durch eine Enteignung der deutschen Steuerkasse.

    Oder die Refinanzierung der französischen Großbanken von Nicolas Sarkozy durch den französischen EZB-Chef Trichet war eine Bereicherung dieser Banken durch Enteignung der europäischen Steuerzahler, 28% der Euro zahlen Sie und ich.


    Mit freundlichen Grüßen
    Deliwas1

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