IWF-Nachfolge
Steinmeier vermisst deutschen Kandidaten

Die Bundesregierung scheint Frankreichs Finanzministerin Lagarde als neue IWF-Chefin zu unterstützen. SPD-Fraktionsvorsitzende Steinmeier hingegen kritisiert das Fehlen eines deutschen Kandidaten.
  • 7

Washington/New York/BerlinDeutschland wird wohl auf einen eigenen Kandidaten für den IWF-Chefposten verzichten. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte erneut deutliche Sympathie für einen Wechsel der französischen Wirtschafts- und Finanzministerin Christine Lagarde an die Spitze der Internationalen Währungsfonds (IWF). Merkel legte sich nach einer Vorstandsklausur der CSU im bayerischen Andechs am Samstag aber erneut nicht fest. „Frau Lagarde ist eine ausgezeichnete Persönlichkeit, mehr kann ich dazu zurzeit nicht sagen“, erklärte Merkel. Bereits am Freitag hatte Merkel ihre hohe Wertschätzung für die Französin betont, ohne sich auf sie als Kandidatin festzulegen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hingegen machte sich offensiv für seine französische Amtskollegin als neue IWF-Chefin stark. Mit ihr hätte Europa beste Chancen, den Posten wieder zu besetzen, sagte Schäuble der „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht vom Samstag. Das Handelsblatt hatte bereits am Donnerstag berichtet, dass alles auf die französische Finanzministerin zuläuft. „Christine Lagarde ist in der Sache und als Person hervorragend geeignet. Sie wird in der gesamten Finanzwelt überaus respektiert und geschätzt.“ Entscheidend sei jetzt aber vor allem, dass Europa in dieser Frage mit einer Stimme spreche.

Steinmeier vermisst Merkels Einsatz für deutschen IWF-Kandidaten

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier kritisierte in der Debatte über den künftigen IWF-Vorsitz die Bundeskanzlerin. „Es ist bemerkenswert, dass es Angela Merkel offenbar überhaupt nicht mehr in den Sinn kommt, einen deutschen Kandidaten ins Spiel zu bringen“, sagte Steinmeier in einem am Samstag veröffentlichten Gespräch mit „Spiegel Online“.

Die CDU-Vorsitzende sei mit ihrer Personalpolitik in Europa komplett gescheitert, erklärte Steinmeier. „Sie hat den deutschen Kandidaten für den EZB-Chefsessel, Axel Weber, brüskiert und keinen Ersatz gefunden.“ Deutschland stehe in den internationalen Gremien nun so schlecht dar wie selten zuvor.

Zu einer möglichen Kandidatur der französischen Finanzministerin Christine Lagarde für den Internationalen Währungsfonds äußerte sich Steinmeier verhalten. Lagarde sei „sicher im Feld der sechs bis acht Kandidaten, die ernsthaft diskutiert werden - aber das Feld ist größer.“ Klar sei für ihn, dass der nächste IWF-Chef aus Europa kommen müsse und nicht aus einem Schwellenland, sagte der SPD-Fraktionschef.

Kommentare zu " IWF-Nachfolge: Steinmeier vermisst deutschen Kandidaten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ja, wenn Steinmeier das vermißt, dann muß er sich doch mal die Frage stellen warum das so ist.
    1. sind ja alle die noch halbwegs was im Kopf haben, von der Fahne gegangen einschl. des BuPrä, was es noch nie gab. Und ich komme immer mehr zu der Auffassung, dass es genau aus den Grünen war, die wir heute haben. Diese Leute, die gegangen sind, haben voraus gesehen was kommt und wollten nicht beteiligt sein am Untergang Deutschlands. Und der kommt so sicher wie das Amen in der Kirche
    Und als 2. war ja auch Steinmeiers SPD mit dabei wenn es darum ging, gegen das eigene Volk zu hetzen. Die Deutschen sind böse, Deutschland muß von der Landkarte verschwinden und eingeengt werden usw. usw. Nur MultiKulti ist schön
    Die SPD hat doch mitgemacht an den Rettungsschirmen, die doch nichts anderes sind als neue Reparationszahlungen, ein 2. Versailles wurde installiet. Warum?
    Und unsere Kinder und noch Enkel werden das zahlen müssen
    Merken unsere ganzen Sozialisten und Detuschfeinde, dass die Nazikeule 66 Jahre nach Kriegsende so langsam stumpf wird? Muß deswegen ein neuer Schuldkult aufgebaut werden?
    Darüber sollte Steinmeier mal nachdenken.
    Schuld sind sie alle.
    Unsere gesamten Politiker putschen gegen das eigene Volk

  • Da könnte was dran sein.
    Man muß sich langsam fragen von wem Deutschland wirklich regiert wird und von wem Merkel bezahlt wird.

  • Nicht so pessimistisch, Zeitzeuge. Immer mehr Menschen begreifen und lernen, dass diejenigen, die die Zügel in der Hand zu halten glauben und Herren des Verfahrens zu sein scheinen, sich auf sehr dünnem Eis bewegen.
    Die Turbulenzen, in denen sich der Euro dank der wahnwitzigen Verschuldungsorgien befindet, sprechen ihre eigene Sprache. Wenn die Anzahl der Menschen wächst, die das Geschehen massiv in der eigenen privaten Geldbörse verspühren, wird sich das Blatt wenden. Davon kann ausgegangen werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%