IWF-Spitze
Viele Vorschuss-Lorbeeren für Lagarde

Die neue Frau an der IWF-Spitze kann sich nach ihrer Wahl über internationale Zustimmung freuen. Auch Deutschland lobte die hohe fachliche Kompetenz von Christine Lagarde.
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WashingtonDie Wahl der französischen Finanzministerin Christine Lagarde zur neuen Chefin des Internationalen Währungsfonds ist weltweit begrüßt worden. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratulierte der 55-Jährigen zu ihrer Wahl. Die neue Geschäftsführende Direktorin des IWF vereine hohe fachliche Kompetenz mit großer Erfahrung auf dem internationalen Parkett, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin.

Auch in Paris wurde die Entscheidung des 24-köpfigen IWF-Verwaltungsrats gefeiert, der erstmals in seiner mehr als 60-jährigen Geschichte eine Frau an der Spitze erhält. „Die Entscheidung für Christine Lagarde ist ein Sieg für Frankreich“, sagte Premierminister François Fillon. Außenminister Alain Juppé sprach Lagarde seine Unterstützung aus. „Frankreich ist glücklich und stolz auf ihren Erfolg.“

Lagarde folgt Dominique Strauss-Kahn nach, der eines Sexualverbrechens beschuldigt wird und Mitte Mai zurückgetreten war. Sie tritt ihr neues Amt am 5. Juli an und soll die Sonderorganisation der Vereinten Nationen zunächst fünf Jahre führen. In Frankreich soll der bisherige Haushaltsminister Francoise Baroin ihren Job als Finanzminister übernehmen. Am Mittwoch stand für die künftige IWF-Chefin die letzte Kabinettssitzung auf dem Programm.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso äußerte sich ebenfalls positiv zu der Personalentscheidung. In einer Mitteilung lobte er die „Expertise, Erfahrung und das Talent“ Lagardes. Der IWF und die EU-Kommission hätten in den vergangenen Monaten Tag für Tag zusammengearbeitet, um den Euro-Staaten mit Schwierigkeiten zu helfen. „Ich wünsche mir, diese engen Beziehungen und die Kooperation zu verstärken“, sagte Barroso. Eine Gratulation kam auch von Weltbank-Präsident Robert Zoellick.

Lagarde hatte nur einen Mitbewerber, Mexikos Notenbankchef Agustín Carstens, und galt von vornherein wegen der Unterstützung durch die europäischen Länder als Favoritin. Nachdem sich am Dienstag außerdem noch die USA öffentlich hinter die Französin gestellt hatten, war ihre Wahl ausgemachte Sache. So fiel die Entscheidung schon nach wenigen Stunden, zwei Tage vor der eigentlichen Frist.

Die designierte IWF-Chefin bekräftigte nach ihrer Wahl, den eingeschlagenen Reformweg der Organisation weitergehen zu wollen. „Ich werde es zu meinem übergeordneten Ziel machen, dass unsere Institution weiter allen Mitgliedern mit der selben Aufmerksamkeit und in demselben Geist dient“, sagte sie laut einer Mitteilung. Das Handeln des IWF müsse wirklichkeitsnah, vorausschauend, effizient und gerechtfertigt sein.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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