IWF-Tagung
Gastgeber Japan gerät unter Druck

Noch schwitzt die Welt über Europas Schuldenkrise, und Japan präsentiert sich als florierender Wirtschaftsstandort. Doch auf der IWF-Tagung wird auch dem asiatischen Gastgeberland die gelbe Karte gezeigt.
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TokioJapan präsentiert der Welt der Hochfinanz, wie man sich einen sicheren Hafen inmitten der Weltwirbel vorstellt. Tokio floriert, auf den Straßen und Geschäfte der größten Metropole der Welt drängeln sich gut betuchte Konsumenten - und die Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank verläuft so glatt wie man es sich nur wünschen kann. Doch die Gäste lassen sich davon nicht beeindrucken, sondern warnen den Gastgeber, dass der Schuldenweltmeister Japan die nächste Krise im Wartestand ist.

„Ich bin besorgt über Japans Schulden die laut dem IWF auf 237 Prozent des Bruttoinlandsberichts angestiegen sind“, sagte in Janet Yellen, Vizepräsidentin der US-Fed in Tokio. Auch der IWF sitzt mit Japan zu Gericht. „Es gibt Sorgen über die Fähigkeit von Japans Politikern, das Haushaltsdefizit zu senken“, stellt IWF-Chefökonom Olivier Blanchard fest.

Und Blanchards Kollege José Vinals, der den wichtigen Global Financial Stability Report verantwortet, sagte: „Japans hohe Staatsschulden und die wachsende Konzentration Regierungsanleihen in Bankenbesitzt stellen ein wichtiges Stabilitätsrisiko dar.“ Sein Rat: Das Land möge bitte schön Europa studieren und handeln, bevor es zu spät ist, weil sonst die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kosten der Aufräumaktion explodieren.

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