IWF-Tagung in Singapur
Steinbrück lehnt Erweiterung der G7 ab

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) lehnt eine Erweiterung der Gruppe der führenden Industrieländer (G7) möglicherweise um China oder andere Schwellenländer kategorisch ab.

SINGAPUR. "Ich bin dagegen, dass immer wieder ein neuer Klub gegründet wird. Es gibt die G7 und die G20. Von einer weiteren Zellteilung halte ich nichts. Wir haben keinen Mangel an internationalen Begegnungen", sagte er dem Handelsblatt am Rande der IWF-Tagung in Singapur.

Steinbrück fürchtet einen schleichenden Bedeutungsverlust der G7 bei der Koordinierung der Weltwirtschaft. Es gebe ein "erkennbares Interesse des IWF", asiatische Schwellenländer stärker einzubinden. "Die Frage ist, ob eine reine Parallelveranstaltung eingerichtet wird. Das würde ich als beschwerlich empfinden", sagte er. Eine regelmäige engere Abstimmung mit Ländern wie China und Saudi Arabien sei zwar grundsätzlich begrüßenswert - die G7 habe sich aber als "ein sehr informeller Kreis" bewährt, der gerade deshalb seinen Wert habe, "weil man sich freimütig und damit auch mit unterschiedlichen Meinungen austauschen kann", sagte er.

Im Mittelpunkt der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF), die an diesem Wochenende begonnen hat, steht die Diskussion um die Aufgaben des Fonds und mögliche Reformen. IWF-Chef Rodrigo de Rato will über weltwirtschaftliche Risiken regelmäßig mit China, den Euroländern, den USA, Japan und Saudi-Arabien beraten. Bisher bestimmen die G7-Länder USA, Japan, Deutschland, Großbrtiannien, Frankreich, Italien und Kanada den Kurs des IWF.

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