IWF-Tagung nimmt globale Probleme ins Visier
Die Weltenretter

Kampf gegen Klimawandel, Armut und Ungerechtigkeit – auf der IWF-Jahrestagung in Lima gehen die Finanzminister und Notenbankchefs der G20-Staaten die globalen Probleme an – und sie wollen wirklich Lösungen liefern.

LimaChristine Lagarde eröffnete die Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit Pathos. „Brüder und Schwestern“, sagte die IWF-Chefin vor den Teilnehmern aus 188 Ländern, „es gibt viel zu tun.“ Dann appellierte Lagarde an die Finanzminister und Notenbankgouverneure im Convention Center von Lima gemeinsam die Probleme der Welt anzugehen. „Wir sind nicht mehr in einer Wirtschaftskrise, aber in Zeiten des Wandels.“

Das zeigt sich auch bei der Agenda des IWF-Herbsttreffens. Natürlich stehen die traditionellen Finanzthemen auf dem Programm. Doch viele Diskussionsrunden drehen sich um Armut und Klimawandel. Lagarde forderte von den Staatenlenkern einen beherzten Kampf gegen die globale Erwärmung und deren Folgen. Ansonsten werden wir uns in Hühnchen verwandeln und wir werden alle gebraten, gegrillt, getoastet und geröstet“, sagte die Französin.

In Lima wollen die Finanzminister auch die UN-Klimakonferenz in Paris Ende des Jahres vorbereiten. Sie beschäftigen sich zwar nicht mit Zielen zur Eindämmung der Erderwärmung, dafür aber mit dem Klimafonds. Der soll 100 Milliarden US-Dollar umfassen. Damit soll der Ausbau von grüner Energie bezahlt und Entwicklungsländer bei der Bewältigung von Folgen des Klimawandels unterstützt werden.

„Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Bisher wurden 62 Milliarden Dollar eingesammelt. Damit ab 2020 wirklich jährlich 100 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, müssen aber noch eine Reihe von Ländern Beiträge beisteuern. Alle müssten ihre Verpflichtungen erfüllen, mahnte Schäuble.

Ein zweites großes Thema in Lima ist der Kampf gegen Armut. Das hängt schon mit dem Tagungsort zusammen. Erstmals seit 50 Jahren hält der IWF sein Jahrestreffen in Lateinamerika ab, wie Lagarde betont. Sie verspricht, die Entwicklungs- und Schwellenländer wieder stärker in den Fokus der IWF-Arbeit zu rücken. Aus deren Reihen hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Kritik gegeben, dass der Währungsfonds in den vergleichsweise reichen Euro-Krisenländern teure Dauerrettungseinsätze leistete. In Lima diskutieren die Vertreter von IWF und Weltbank, wie in den Entwicklungsländern die soziale Teilhabe gesteigert und Ungerechtigkeit bekämpft werden kann.

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