IWF und EU prüfen Bücher
Griechisches Sparprogramm unter der Lupe

Die Gläubiger zu Gast bei den Griechen: IWF, EZB und die EU-Kommission prüfen ab heute erneut das griechische Sparprogramm. Athen wartet auf neue Finanzspritzen, hat allerdings schon wieder Schulden gemacht.
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AthenDas griechische Sparprogramm sowie die Reformen stehen seit heute erneut auf dem Prüfstand: Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der EU-Kommission nehmen die Bücher abermals unter die
Lupe. Nur wenn sie grünes Licht geben, kann Athen mit der mittlerweile fünften Tranche der Finanzspritzen rechnen. Bis Mitte Juni erwarten die Griechen Unterstützung in Höhe von 8,7 Milliarden Euro seitens der Euroländer und 3,3 Milliarden seitens des IWF.

Im klammen Griechenland läuft das Sparprogramm nicht ohne Probleme. Wie die griechische Finanzpresse bereits vergangene Woche berichtete, hat der Schuldensünder nicht aufgehört, neue Schulden zu machen. Im vergangenen Jahr soll die Verschuldung von 10,6 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen sein. Bislang ging man in Athen von 9,4 bis 9,5 Prozent aus. Die endgültigen Werte werde die Eurostat Ende April bekanntgeben. Die Europäer und der IWF hatten ein Hilfspaket von insgesamt 110 Milliarden Euro geschnürt, um Athen vor dem Staatsbankrott zu retten.

Nach Schätzungen der griechischen Finanzpresse müssen in den kommenden Jahren bis 2015 rund 25 Milliarden Euro gespart oder „irgendwie gefunden“ werden. Allein dieses Jahr müssen mehr als vier Milliarden Euro gespart werden.

Es wird damit gerechnet, dass Finanzminister Giorgos Papakontantinou bis Mitte April ein neues Bündel von harten Sparmaßnahmen nach dem Motto Agenda 2015 ankündigen werde. Darin sind auch Verkäufe staatlicher Immobilien und weitere Kürzungen vor allem im staatlichen Bereich. Auch die Verkehrssteuern sowie die Steuer auf nicht-alkoholische Getränke sollen steigen.

Die Sparmaßnahmen haben zu Lohn- und Gehälterkürzungen in Höhe von bis zu 25 Prozent geführt. Der Konsum fällt dramatisch. Bis zu 40 Prozent weniger Umsatz sollen viele Händler haben. Die Arbeitslosigkeit steigt und erreicht zurzeit knapp 15 Prozent. Im Zentrum Athens ist fast jedes dritte Geschäft geschlossen. Mittlerweile schließen Beobachter eine umfangreiche Regierungsumbildung oder sogar vorgezogene Wahlen nicht mehr aus.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es ist eine Schande für die griechische sozialistische Regierung, den kleinen Mann mit allen Kosten zu belasten und die orthodoxe Kirche aussenvorzulassen. Die griechische Kirche ist der größte Grundstücks- und Immobilienbesitzer von Hellas, ihr gehören mehr als 50% der Nationalbank und sie ist von der Steuer befreit. Die Löhne der Popen werden von den Steuerzahlern bezahlt.
    Pfui Papandreou

  • und hier ein Lösungsanstz gesehen beim NDR http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/weltbilder/videos/weltbilder1287.html
    Gruss Stephan von Arx

  • Griechenland muß die EU verlassen!
    Ansonsten ist es ein Fass ohne Boden, in das man dem schlechten Geld viel gutes Geld hinterherwirft! Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!

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