IWF-Vize Lipsky
Suche nach neuem IWF-Chef könnte dauern

Die Suche nach einem Nachfolger als Chef des Internationalen Währungsfonds könnte längere Zeit in Anspruch nehmen. Europa und einige Schwellenländer debattieren über den Anspruch, ein Kandidaten zu stellen.
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Nach dem Rücktritt von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat sein Stellvertreter Hoffnungen auf eine rasche Nachfolgeregelung gedämpft. Es wäre nicht ungewöhnlich, wenn die Suche nach einem Nachfolger einige Zeit in Anspruch nehme, sagte der geschäftsführende IWF-Direktor John Lipsky am Donnerstagabend in Washington.

In der Vergangenheit sei das Auswahlverfahren eine Sache von mehreren Monaten gewesen. Möglicherweise stehe der Nachfolger auch nicht umgehend zur Verfügung. Zur Debatte, ob auch der neue IWF-Chef wie seit Jahrzehnten üblich aus Europa kommen soll, äußerte sich Lipsky nicht direkt. Unter den Mitgliedsländern herrsche Einigkeit, dass das Auswahlverfahren offen und transparent sein und die Eignung des Kandidaten im Vordergrund stehen sollte, sagte er, fügte aber hinzu: „Offen bedeutet hoffentlich nicht nur offen für einige.“

Bereits wenige Stunden nach dem Rücktritt von Strauss-Kahn, dem versuchte Vergewaltigung einer Hotelangestellten in New York vorgeworfen wird, entbrannte ein Streit zwischen Europa und großen Schwellenländern über seine Nachfolge. Bundeskanzlerin Angela Merkel warb dafür, wegen der Schuldenkrise noch einmal einen europäischen Kandidaten zu akzeptieren, nannte aber keine Namen.

Als Favoritin kristallierte sich die französische Wirtschafts- und Finanzministerin Christine Lagarde heraus. Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker bezeichnete sie als perfekte Kandidatin. Ähnlich äußerte sich Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi: Lagarde wäre eine ausgezeichnete Wahl, erklärte er. Lipsky sagte, Lagarde sei eine von zahlreichen sehr geeigneten Kandidaten.

In New York wurde formell Anklage gegen Strauss-Kahn erhoben. Der 62-Jährige Franzose kommt aber vorerst gegen eine Kaution von einer Million Dollar frei. Er muss zudem eine elektronische Fußfessel tragen und wird unter Hausarrest gestellt. Zuvor musste Strauss-Kahn aber eine weitere Nacht im Gefängnis verbringen.

Er hatte zuvor in der Rücktrittserklärung seine Unschuld beteuert. Ihm drohen bis zu 25 Jahre Haft.

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