IWF zahlt
Rumänien erhält Milliarden-Hilfen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Europäische Union greifen dem krisengeschüttelten Rumänien mit rund 20 Mrd. Euro unter die Arme. Nach Ungarn und Lettland ist das südosteuropäische Land das dritte EU-Mitglied, das ein solches Hilfspaket erhält.

HB BUKAREST. Das Geld solle Rumänien helfen, die schlimmsten Folgen der Finanzkrise zu bewältigen, sagte ein IWF-Vertreter in Bukarest. Zugleich üben die Geldgeber jedoch Druck auf den hoch verschuldeten Staat aus, seine öffentlichen Ausgaben in den Griff zu bekommen und transparenter zu gestalten. Der Rettungsplan ist an umfassende Auflagen geknüpft. Analysten zufolge hat Rumänien in der Vergangenheit jedoch wiederholt gegen IWF-Vertragsbedingungen verstoßen.

Rumänien ist seit 2007 Euro-Mitglied und galt bei ausländischen Investoren längere Zeit als attraktiver Standort. Nach Jahren mit rasanten Wachstumsraten kämpft das Land nun aber mit massiven Kapitalabflüssen. In den vergangenen Monaten verloren Tausende Beschäftigte ihre Arbeitsplätze, etliche große Fabriken unterbrachen ihre Produktion. Die Landeswährung Lei war im Januar gegenüber dem Euro auf ein Rekordtief gefallen. Volkswirten zufolge könnte die IWF-Rettungsaktion den Druck auf die Währung etwas schmälern. Am Mittwoch notierte der Lei leicht fester. Eine Rezession wird Rumänien 2009 aber voraussichtlich nicht abwenden können, sagen Experten.

Der IWF stellt mit 12,9 Mrd. Euro den Großteil des Hilfspakets. Die Europäische Union steuert fünf Mrd. Euro bei. Das restliche Geld erhält Rumänien von der Weltbank und der Europäischen Bank für den Wiederaufbau und Entwicklung. Die seit Dezember amtierende Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Emil Boc wollte die Vereinbarung noch am Mittwoch verabschieden. Die Ratingagentur Moody's erklärte, das Hilfspaket helfe dem Land, weiterhin mit der Note „Investment-Grade“ eingestuft zu werden.

Rumäniens Nachbarland Ungarn hatte vom IWF, der EU und der Weltbank im Oktober Nothilfen über rund 25 Mrd. Dollar bekommen. Zuletzt kündigte das Land an, bis Ende März in einer zweiten Tranche EU-Kredite in Höhe von rund zwei Mrd. Euro abzurufen.

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