0 Bewertungen
10.04.2008 

David Perry, Sprecher der Fackellauf-Organisatoren, verteidigte die Programmänderung. Die „außergewöhnliche Maßnahme“ sei zum Schutz der Läufer getroffen worden, sagte Perry dem Lokalsender KTVU. Nach den Vorfällen in London und Paris hätten sich zahlreiche Fackelträger vor gewalttätigen Ausschreitungen gefürchtet. In den Stunden vor dem Lauf war es zu heftigen Wortgefechten zwischen chinesischen Olympia-Befürwortern und pro-tibetischen Demonstranten gekommen. Die Polizei musste eingreifen, um Gewalttätigkeiten zu verhindern.

Bürgermeister Gavin Newsom wehrte sich gegen scharfe Kritik, Zuschauer und Demonstranten um den Lauf betrogen zu haben. „Meiner Meinung nach hatten die Leute das Recht zu protestieren und die Fackel zu unterstützen. Das sah man auf der Straße. Wir haben keine Proteste verboten“, sagte Newsom. Peter Ueberroth, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees der USA (USOC), begrüßte den Ablauf der Veranstaltung.„Die Stadt San Francisco wird global betrachtet dafür Applaus erhalten“.

Der deutsche IOC-Vizepräsident Thomas Bach nahm in Peking „mit großer Freude zur Kenntnis, dass in San Francisco nichts passiert ist.“ Auch der norwegische IOC-Marketing-Chef Gerhard Heiberg war „sehr zufrieden, weil es keine Verletzten gab“. Die schwedische IOC-Vizepräsidentin Gunilla Lindberg lobte die Entscheidung, den Fackellauf nicht abzubrechen: „Das war die richtige Entscheidung.“ San Francisco war die sechste Station der Fackel auf ihrer internationalen Reise nach Peking und die einzige auf nordamerikanischem Boden.

Nach San Francisco soll die Olympische Fackel nun noch nach Buenos Aires in Argentinien und dann in ein Dutzend weiterer Länder reisen, bevor sie am 4. Mai nach China kommt.

Angesichts der massiven Proteste gegen die chinesische Tibet-Politik hat Indonesien seinen Teil des olympischen Fackellaufs bereits deutlich gekürzt. Die Flamme sollte am 22. April ursprünglich über eine 15 Kilometer lange Strecke durch das Zentrum der Hauptstadt Jakarta getragen werden. Jetzt soll der Fackellauf nur in der Umgebung des Sportstadions stattfinden, wie der Leiter des Organisationskomitees, Sumohadi Marsis, der Zeitung „The Jakarta Post“ vom Donnerstag erklärte. „Wir bereiten uns auf das Schlimmste vor“, sagte er. Seit dem 24. März, als der Fackellauf im antiken Olympia begann, kam es immer wieder zu Protesten.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

zurück
  • Die Konkurrenz für Obama und McCain

    Die Konkurrenz für Obama und McCain

    Barak Obama und John McCain – diese Namen kennt mittlerweile jeder. Kein Wunder, denn nie war der Rummel um die US-Präsidentschaftswahl größer. Doch wissen Sie eigentlich, wer sich neben Obama und McCain noch um das höchste Amt der Vereinigten Staaten bewirbt? Bildergalerie 

  • Die Verlierer bei Bundespräsidentenwahl...

    Die Verlierer bei Bundespräsidentenwahlen

    Die Wahl des Kandidaten der Partei Die Linke, Peter Sodann, zum dreizehnten Bundespräsidenten ist unwahrscheinlich. Auch in der Vergangenheit gab es wenig aussichtsreiche Kandidaturen. Die Liste der Verlierer ist lang und beinhaltet namhafte Persönlichkeiten. Doch eini...Bildergalerie 

  • So will Deutschland die Banken retten

    So will Deutschland die Banken retten

    Eine Katastrophennachricht jagt die nächste und auch den Politikern in Deutschland ist inzwischen klar geworden, dass Versprechungen allein die Finanzkrise nicht aufhalten können. In einer Dringlichkeitssitzung beschloss das Bundeskabinett, der Finanzbranche mit fast e...Bildergalerie 

vor

 

 

weiterGlobal Reporting

Im Auge des Hurrikans 

15.10.2008Global Reporting

Schon gerettet? Nicht alle glauben daran. Wir seien erst im Auge des Hurrikans, schrieb am Montag angesichts des Börsenfeuerwerks ein Kolumnist auf dem griechischen Wirtschafts-Portal reporter.gr – der Skeptiker dürfte Recht behalten. Inzwischen zeigt sich: das Feuerwerk war ein Strohfeuer. Blog


weiterMadagaskar

Vorbild für alle Blogger 

14.10.2008Madagaskar

Paul Krugman ist nicht nur der fundierteste Bush-Kritiker überhaupt und Nobelpreis-gekrönter Ökonom, sondern auch ein Blogger. Und ein bescheidener noch dazu - was eigentlich ein Widerspruch in sich ist. Blog