Saint-Amans hofft allerdings darauf, dass die Liechtenstein-Affäre der OECD neuen politischen Rückenwind verleiht. Deutschland und Frankreich haben bereits abgestimmte Vorschläge im Kampf gegen Steueroasen angekündigt. Und Italien hat die Schweiz jüngst von seiner weißen Liste verbannt.
„Das bedeutet, dass bestimmteDienstleistungen oder Waren, die Italiener von Hilfs-, Domizil- oder Holdinggesellschaften in der Schweiz erwerben, in Italien nicht steuerlich absetzbar sind“, erklärt Robert Frei, Steuerberater der Mailänder Kanzlei Jenny & Partners. Für Zinsen und Dividenden, die aus Italien in Länder wie die Schweiz gezahlt werden, erhebt der italienische Fiskus zudem eine erhöhte Quellensteuer.
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Noch jedoch bekommt Saint-Amans die Zurückhaltung der großen Länder, gegen Steuerbetrüger vorzugehen, bei seinen Besuchen in kleinen Steueroasen aufs Butterbrot geschmiert. „Die Bahamas etwa verlangen Kompensationen dafür, dass sie sich beim Info-Austausch bewegen“, berichtet er.
Das Klima bei den Visiten der OECD-Vertreter sei hingegen bereits „konstruktiv“. Einem irischen Kollegen, erzählt Saint-Amans, sei auf der Insel Samoa kürzlich sogar ein verlockendes Angebot gemacht worden. Er könne doch, hätten ihn die Bewohner umschmeichelt, gleich da bleiben und Dorf-Chef werden.
Mitarbeit: Katharina Kort

